Berlin / dpa In der Blödelkomödie aus dem Jahr 1985 fallen umstrittene Begriffe für einen Schwarzen. Humor ist offenbar im Wandel.

„Otto - der Film“ gehört neben „Der Schuh des Manitu“, „Fack ju Göhte“ oder „Honig im Kopf“ zu den erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen. Zusammengezählt hatte die Komödie mit Otto Waalkes in den 80ern laut Filmfirma fast 15 Millionen Kinozuschauer in Ost und West. Viele, die den 35 Jahre alten Streifen heute anschauen, zucken an einigen Stellen wegen der Wortwahl zusammen. Besonders die Szenen mit einem Schwarzen in Uniform zeigen exemplarisch, wie sehr Humor im Wandel ist.

„Aaaah, schwarze Füß!“ ruft ein von Günther Kaufmann dargestellter Soldat einmal aus – und verwendet dann fragend an Otto die rassistische Bezeichnung für Schwarze, die heute mit dem Begriff „N-Wort“ umschrieben wird.

Das Stadtmagazin „tip Berlin“ kommentierte neulich, es sei verstörend, den Otto-Film heute anzugucken: „An mehreren Stellen im Film werden schwarze Menschen diffamiert. Das N-Wort fällt und es gibt eine ganze Szene, in der Otto gemeinsam mit einem dunkelhäutigen US-Soldaten (gespielt von Günther Kaufmann) den afroamerikanischen GI, den er auch noch ,Herrn Bimbo’ nennt, einer älteren Dame als Sklaven verkauft.“

Die Produktionsfirma Rialto Film in Berlin wehrt sich gegen diese Sichtweise. Die Szene sei „möglicherweise ein sehr frühes Beispiel für anti-rassistische Komik im deutschen Film“, sagt Geschäftsführer Matthias Wendlandt. „Die Drehbuchautoren Bernd Eilert, Robert Gernhardt und Pit Knorr sind als Mitglieder der Neuen Frankfurter Schule und Gründer der Satirezeitschrift ,Titanic’ über den Verdacht rassistischer Haltung erhaben, ebenso wie Otto Waalkes selbst.“

Der Verein Initiative Schwarze Menschen in Deutschland hält jedoch dagegen. „Dass selbst bei solch offenkundigen rassistischen Inhalten noch geleugnet wird beziehungsweise eine anti-rassistische Intention ,reingezaubert’ wird, ist symptomatisch für das mangelnde Rassismusverständnis“, sagt Sprecher Tahir Della. Damit wird deutlich, wie die Rassismusdebatte inzwischen die Gesellschaft spaltet. Die Meinungen stehen sich recht unversöhnlich gegenüber. Gregor Tholl