udo Mit dem Album „Ocean“ geht die Erfolgsgeschichte des Ulmer Pianisten Dirk Maassen weiter.

Jüngst durfte man die meditative Magie und Anziehungskraft der Piano-Promenaden des in Ulm lebenden und arbeitenden Komponisten Dirk Maassen, der ursprünglich aus Würselen bei Aachen stammt, in der Pauluskirche seiner Wahlheimat erleben. Seine Musik ist die entschleunigte Antwort auf die tägliche Hetze, die auch der Pianist in seinem Brotjob bei einem Software-Unternehmen zu spüren bekommt. Auch deshalb setzte er sich an vielen Abenden ans Klavier, spielte sich den Stress vom Leib, bündelte seine Gedanken in kleinen Melodien und harmonischen Welten. Längst ist Maassen, der sein Publikum dank seines Entertainer-Talents auch mit kleinen Geschichten zu den Stücken mitnimmt, vom Internet-Phänomen mit selbst organisierten Tourneen zu einem Business-Faktor auf dem wachsenden Feld der Neo-Klassik geworden.

Als Sony Classical anfragte und mit ihm zusammenarbeiten wollte, konnte der Komponist, der seine kleinen Stücke eher als Lieder bezeichnet, nicht mehr nein sagen. Mit „Ocean“ erscheint nun das erste Album beim renommierten Klassik-Label, und aus den  einstigen musikalischen Tagebuch-Einträgen sind, wie im mit Orchester dramatisch aufgewühlten Titelstück „Ocean“, teils durchaus auch große Klangwände geworden.

Maassens Sony-Debüt wurde von Francesco Donadello produziert, der bereits den Sound von internationalen Piano-Stars wie etwa Ludovico Einaudi oder Hauschka mitprägte. Und tatsächlich scheint es so, als habe der Klangzauberer noch mehr dramatische Raffinesse und Variationen aus dem Ulmer Tastenkünstler herausgeholt. Zusätzlich zum großen Orchester konnte Maassen für sein von nordischer Melancholie geprägtes Stück „Fjara“   beispielsweise die norwegische Violinistin Eldbjørg Hemsing als Solistin gewinnen: Sie lässt sich technisch brillant und berührend in die Klang-Wogen gleiten.

Für den 49-Jährigen geht es noch immer darum authentische Musik zu schaffen, seine Gedanken zu Musikmeditationen werden zu lassen. „Mein großer Traum ist es, auf der ganzen Welt zu spielen und dort meinen Hörern aus allen Kulturkreisen persönlich begegnen zu können.“  Auf der Tour im Februar, die ihn in die Stuttgarter Liederhalle, aber auch nach Zürich oder Utrecht führt, kommt er diesem Ziel ein gutes Stück näher. Udo Eberl