Stuttgart / swp Corona zum Trotz – in Stuttgart startet an diesem Dienstag ein  neues Format: „Die irritierte Stadt“.

„Die Wirtschaft wächst nicht mehr. Die Kunst irritiert nicht mehr. Stuttgart ist (sich) nicht mehr sicher. Zeit für neue Verbindungen, neue Verwandtschaften, neue Wege. Zeit für eine pandemische Utopie.“ Das ist der Leitfaden des Stuttgarter Festivals „Die irritierte Stadt“.

 Die Idee ist schon zwei Jahre alt. Ein interdisziplinäres Festival wollten die beiden Kuratorinnen Christine Fischer vom Eclat-Festival für Neue Musik und die Rampe-Intendantin Martina Grohmann machen. Eine gute Idee, zur schlechten Zeit? Denn wegen der Corona-Pandemie sind größere Ansammlungen nach wie vor tabu. Dennoch: An diesem Dienstag startet das Festival mit einer dreistündigen Eröffnung im Theaterhaus, die schon mal erahnen lässt, was bis Sonntag die Stuttgarter irritieren darf: eine Aktion mit menschengroßen Nacktschnecken, ein Vortrag zur Schwarmintelligenz, heillos subjektive Lokalnachrichten und eine  Chorprobe ohne Gesang.

25 Aktionen und Vorstellungen gibt es bis kommenden Sonntag an verschiedenen Orten der Stadt, viele davon werden mehrfach gezeigt,  sodass  der Spielplan rund 60 Vorstellungen, Workshops und Gespräche umfasst. Da gibt es dann auch die „Belles de nuits“ zu sehen, alte Frauen in verwegenen Kostümen, die tanzend die Innenstadt zurückerobern. Vor der Feinstaubmessung am Neckartor treiben paffende Zigarrenraucher bei „Rauchzeichen“ die Messwerte nach oben, Menschen in selbstgenähten Schnecken-Kostümen werden die Stadt bekriechen und in der Staatsgalerie wird mit der Installation „Macho Sounds / Gender Noise“ untersucht, ob das Auto männlich oder weiblich klingt. swp

Info Das komplette Programm unter www.irritiertestadt.de