München.  / dpa Die Bratschistin Tabea Zimmermann erhält den mit 250 000 Euro dotierten Ernst von Siemens Preis.

Mit drei Jahren fing Tabea Zimmermann an, Bratsche zu spielen. Das ist gut 50 Jahre her, und die kleine Musikschülerin von damals hat sich einen großen Namen gemacht. Deshalb erhält sie auch den renommierten und mit 250 000 Euro dotierten Ernst von Siemens Musikpreis. Die Auszeichnung zählt zu den weltweit wichtigsten Musikpreisen. Sie wird Zimmermann am 11. Mai im Münchner Prinzregententheater überreicht.

Die Bratschistin tritt häufig mit Kammermusik-Ensembles auf, etwa mit dem Arcanto Quartett. Sie spielte aber auch schon mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra oder der New World Symphony. Ihr besonderes Interesse gilt der Neuen Musik.  In mehr als 50 Uraufführungen war sie zu hören, etwa von György Ligeti, Wolfgang Rihm, Michael Jarrell oder Enno Poppe. Dadurch habe sie es geschafft, die Bratsche ins Bewusstsein der musikalischen Gegenwart zu rücken, so die Musikstiftung. Viele Auftritte hatte Zimmermann auch mit ihrem Ehemann, dem Dirigenten David Shallon, der im Jahr 2000 starb.

Absolutes Gehör

Zimmermann wurde im baden-württembergischen Lahr im Schwarzwald geboren. Mit drei Jahren fing sie an, Bratsche zu spielen, zwei Jahre später kam noch Klavier hinzu. Ihre Lehrer erkannten früh ihr großes Talent sowie ihr absolutes Gehör. Später studierte die begabte junge Musikerin an der Musikhochschule in Freiburg und am Mozarteum in Salzburg. Mittlerweile lebt sie in Berlin ist seit 2002 Professorin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

Die Siemens Musikstiftung verleiht ihren Preis für ein Lebenswerk im Dienste der Musik seit 1973 jährlich. Gewinner waren unter anderem Benjamin Britten, Maurizio Pollini oder Mariss Jansons. Auch der Nachwuchs wird gewürdigt, etwa mit Preisen für junge Komponisten und Ensembles. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung rund 120 Projekte für zeitgenössische Musik weltweit. Insgesamt vergibt sie Preis- und Fördergelder in Höhe von 3,6 Millionen Euro. dpa