Berlin / dpa Auf seinem neuen Album lädt der britische Musiker erneut zu gemeinsamen Gesängen mit 22 Partnern.

Ed Sheeran sieht mit seinem roten Wuschelkopf nicht gerade wie ein Weltstar aus. Auf seinen Konzerten setzt er im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen nicht auf Feuerwerk und Knalleffekte. Und auch musikalisch geht der Brite eigene Wege – etwa mit seinem Duett-Album „No.6 Collaborations Project“, das an diesem Freitag erscheint.

Kollaborationen sind in der Popwelt nichts Außergewöhnliches. Dass eine ganze Platte aus Duetten besteht, kommt dagegen seltener vor. Musikgrößen wie Barbra Streisand, Jazzsänger Tony Bennett oder Elton John sind solche Ausnahmen. In diese Riege traut sich nun auch Sheeran, für den Duette in seiner Karriere nichts Neues sind.

 „Ich bin ein riesiger Fan all der Künstler, mit denen ich kollaboriert habe, und die Arbeit daran  hat großen Spaß gemacht“, teilte der Brite über sein Label mit. Unter den ingesamt 22 Gesangspartnern sind auffällig viele Rapper, darunter Eminem, 50 Cent, Meek Mill, Chance the Rapper oder Cardi B.

Britische Rapszene

Damit schlägt der 28-Jährige einen doppelten Bogen zu seinen Wurzeln. Damals war Sheeran vermehrt in der britischen Rapszene unterwegs und holte sich 2011 für die EP „No.5 Collaborations Project“ mehrere Hip-Hopper ins Studio. Kurz darauf wurde der Songwriter von einer Plattenfirma entdeckt und startete mit „The A-Team“ seine Weltkarriere.

Acht Jahre später bringt Sheeran nun sozusagen den Duett-Nachfolger heraus. Kein Wunder, dass im Gegensatz zu damals keine unbekannten Künstler mit Sheeran singen, sondern Stars wie Bruno Mars oder Justin Bieber. Und während der damalige Indie-Newcomer 2011 noch darauf verzichtete, in den Duettsongs über Frauen zu singen, spart der Mainstream-Künstler die Liebe diesmal nicht aus. Ganz im Gegenteil.

Aber der Musiker aus dem britischen Halifax überrascht auf seinem neuen Album auch. Wer bei einer Kollaboration mit Gute-Laune-Sänger Bruno Mars und Country-Star Chris Stapleton etwa den neuen Sommerhit erwartet hat, wird eines Besseren belehrt: „Blow“ ist eine lupenreine Rocknummer, samt E-Gitarren, Schlagzeug und Schrei-Intro.

Auf seinen 15 neuen Songs zeigt sich der preisgekrönte Songwriter variantenreich - das legen zumindest die fünf Singles nah, die Sheeran im Vorfeld bereits veröffentlichte. Den Rest hielt seine Plattenfirma bis zum Schluss geheim. dpa