Tobias Krell moderiert als „Checker Tobi“ eine Wissenssendung für Kinder des Bayerischen Rundfunks (BR) – auf dem Kinderkanal und auf Youtube. Der 34-jährige Münchner erzählt von einem abwechslungsreichen Job voller Action, durch den er viel lernt. Obwohl das eigentlich gar nicht sein Plan war.

Wie würden Sie den Checker Tobi einem Kind erklären?

Tobias Krell: Ich bin ein Fragensteller, der für Kinder losgeht und versucht, Dinge herauszufinden. Dafür gehe ich zu Leuten, die sich auskennen und mir alles erklären. Wenn ich es verstanden habe, dann können es Kinder auch verstehen.

Sind Sie ein wandelndes Lexikon?

Ich wünschte, ich würde alles behalten, aber einiges aus den über 100 Sendungen habe ich schon wieder vergessen. Ich bin eher so ein wandelndes Bachelor-Studium. Habe von allem ein bisschen Ahnung, aber von nichts so richtig.

Lernen Erwachsene beim Check auch noch was?

Ich selbst lerne jeden Tag etwas Neues. Als Schüler hatte ich nie was für Naturwissenschaften und Mathe übrig. Durch die Sendung kann ich mir das spielerisch beibringen. Auch für Eltern gibt es viel zu entdecken. Deshalb ist die Sendung mit der Maus auch bei Erwachsenen so beliebt. Man bekommt komplexe Sachen ganz einfach erklärt.

 Müssen Sie für Ihren Job wie ein Kind denken?

Ich habe immer im Hinterkopf, dass Kinder weniger Vorwissen haben. Wir müssen beim Checker-Format auch daran denken, die komplizierten Themen mit Bildern und Animationen lustig und unterhaltsam zu machen. Aber es ist wichtig, dass ich mich nicht verstelle – sondern dass ich einfach Tobi bin. Ich will nicht künstlich versuchen, die Kinderrolle einzunehmen. Das kann schnell affig wirken. Übrigens hätte ich nie gedacht, dass ich mal Kinderfernsehen mache.

Wieso nicht?

Schon als Kind wollte ich zum Fernsehen. Mein Vater war Kameramann, da habe ich viel mitbekommen. Den Job der Redakteure fand ich aber immer cooler. Ich wollte Politik- und Kultur-Beiträge schreiben – und eigentlich nie vor eine Kamera. Das ist zufällig passiert. Der BR hat einen Nachfolger für „Checker Can“ gesucht und mich im Fernsehen gesehen. Jetzt bin ich total dankbar und liebe es. So lange es mir Spaß macht und ich mir nicht doof vorkomme, mache ich das weiter.

Zusammen mit BR-Klassik machen Sie zum 250. Geburtstag Beethovens einen Kreativwettbewerb für Kinder. Hören Sie Klassik?

Ich mag die Musikrichtung, bin aber überhaupt kein Experte. Gestern Abend zum Beispiel habe ich gekocht und im Hintergrund lief eine Klassik-Playlist auf Spotify. Ich genieße es, die klassische Musik kennenzulernen und alte Stücke neu zu entdecken.

Wie kam es dann zu der Aktion?

BR-Klassik hat „Beethoven Mystery XXL“ ausgeschrieben: Eine Mitmach-Aktion für Kinder, die Ihre Ideen zu einer Aufgabe einschicken können, die mit Beethoven zu tun hat. Wir vom Checker-Format haben einen Beethoven-Check gedreht. So kam es, dass der BR mich gefragt hat, ob ich bei diesem Wettbewerb in die Jury will. Das war für mich keine Frage: Ich finde es super, dass jeder der Lust hat, spielerisch dabei mitmachen kann. Ob er sich mit Klassik auskennt oder nicht, spielt erst mal keine Rolle.

Was würden Sie selbst beim BR-Wettbewerb einschicken?

Als Kind hätte ich mit meinen Geschwistern versucht, einen kleinen Film zu drehen. Das haben wir früher schon immer gemacht. Wir hätten uns Verkleidungen gebastelt. Meine Geschwister und ich sind wenn es um Humor geht alle ein bisschen drüber. Es wäre sicherlich lustig geworden.

Checker Tobi war 2019 sogar im Kino zu sehen. Ging da ein Traum in Erfüllung?

Es war die Erfüllung von ganz vielem. Filme und Kino, das ist mein Ding. Ich habe an der Filmhochschule studiert und arbeite immer noch für Filmfestivals. Der Kinofilm war die aufregendste Sache meines Berufslebens. Jetzt produzieren wir schon den zweiten Teil. Auf jeden Fall wird es wieder eine wilde Weltreise.

Ihr Job ist der Traum vieler Backpacker. Wie machen Sie privat Urlaub?

Ich bin viel unterwegs. Es gab in meinen siebeneinhalb Jahren als Checker Tobi Zeiten, da habe ich mehr Nächte in Hotels verbracht als zu Hause. Deshalb kann ich sehr gut Urlaub nehmen und einfach zu Hause bleiben. Dann habe ich noch einen alten VW-Bus. Planlosen Campingurlaub mit Freunden oder der Partnerin, das mache ich am liebsten zum Entspannen.

Wettbewerb für junge Kreative


Die Aufgabe bei „Beethoven Mystery XXL“: Beethoven sitzt nach seinem Umzug in ein neues Haus bei Kerzenschein am Klavier – es klingelt an der Tür. Wie geht die Geschichte weiter? Als Video, Comic oder Geschichte sollen Sechs- bis Zwölfjährige die Szene weiterspinnen und einschicken. Einsendeschluss ist der  15. September unter: br-klassik.de/beethovenwettbewerb. Die Preisverleihung ist am 28. November im BR-Funkhaus München.