München / kna European Writer’s Council (EWC) klagt über massive Gehaltseinbußen seiner Mitglieder.

Als Dachverband europäischer Autoren- und Übersetzerverbände warnt der European Writer“s Council (EWC) in einem neuen Bericht vor einer zweiten Welle der Folgen der Corona-Krise für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die finanziellen Schäden könnten sich noch über das Jahr 2021 hinweg ansammeln.

In einer Umfrage unter Verbänden aus 24 Ländern, in denen insgesamt etwa 128 000 Mitglieder organisiert seien, hätten 97 Prozent der Befragten über massive Gehaltseinbußen geklagt. Das liege nicht nur daran, dass Bücher später oder gar nicht erschienen, sondern auch an Absagen von Lesungen und Seminaren. Besonders betroffen seien Kinderbuchautoren wegen der Schulschließungen sowie Dramatiker.

Vielfalt der Literatur gefährdet

Viele geplante Bucherscheinungen seien ins nächste Jahr verschoben worden, so der Verband weiter. Zudem sei eine generelle Verkleinerung der Programme zu befürchten, der einen „Fokus auf bekannte Namen anstatt Nischen und Debütanten“ mit sich bringe. Es sei deshalb vorherzusehen, dass im kommenden Jahresverlauf etwa 100 000 bis 150 000 weniger neue Bücher erscheinen könnten. Die Vielfalt der europäischen Literatur sei dadurch gefährdet.

Wie die Süddeutsche Zeitung weiter berichtet, kritisiert das deutsche „Netzwerk Autorenrechte“, dass die Beträge, die im Programm „Neustart Kultur“ des Konjunkturpaketes des Bundes für die Buch- und Verlagsbranche vorgesehen sind, in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Wertschöpfung von Autoren und Übersetzern stünden. Das Netzwerk verschiedener deutscher Verbände, darunter das PEN-Zentrum Deutschland und der Verband deutschsprachiger Übersetzer, weist zudem darauf hin, dass Schriftsteller als Solo-Selbstständige durch das nationale Hilfsprogramm fielen. Es schlägt deswegen konkrete Hilfsfonds vor, die etwa Ausfallhonorare für Lesungen finanzieren oder Leseförderung betreiben. kna