Berlin / epd Ben Wagin hat mehr als 50 000 Bäume für Frieden und Umwelt gepflanzt. Jetzt wird er 90 Jahre alt.

Vertreter aus Politik und Kultur haben den Berliner Aktionskünstler Ben Wagin anlässlich seines 90. Geburtstags gewürdigt. „Als leidenschaftlicher Aktionskünstler, Umwelt- und Friedensaktivist hat er Berlin seit den 1960er Jahren nachhaltig geprägt“, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) auf Anfrage. Es sei ihm mit einer einzigartigen Mischung aus Charme, Begeisterung und Hartnäckigkeit immer wieder gelungen, das Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Natur kritisch zu beleuchten.

Der Ende März 1930 im polnischen Jastrow geborene Ben Wagin lebt seit 1957 in seiner Wahlheimat Berlin. Seitdem war er unter anderem als Künstler, Galerist, Bildhauer, Bühnenbauer und Aktivist aktiv. Das von ihm initiierte Mauer-Mahnmal „Das Parlament der Bäume“ auf dem früheren Todesstreifen Berlins und mitten im heutigen Regierungsviertel ist eines seiner bekanntesten Politkunst-Projekte. Bekannt ist er zudem für zehntausende Baumpflanzungen in ganz Europa. In den kommenden Tagen, zwischen dem 21. und dem 25. März 2020, wird Ben Wagin 90 Jahre alt. Ein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt.

Zum Nachdenken anstiften

„Radikal und unangepasst war er mit seinen Themen und Forderungen seiner Zeit oft weit voraus“, so Grütters. Als berühmtester Baumpate habe er bundesweit mehr als 50 000 Bäume gepflanzt, Kunst in den öffentlichen Raum gebracht und immer wieder versucht, „die Betrachter zum Nachdenken über die von ihnen selbst veränderte und zerstörte Umwelt anzustiften“. Viele seiner Aktionen seien Appelle für Frieden und Versöhnung. „Seine zähe und unerschütterliche Lebensfreude und seine unkonventionelle Anhänglichkeit sind ansteckend.“

Mit dem „Parlament der Bäume“ habe er „sehr wichtige und einzigartige Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum gesetzt“, sagte Wagins langjähriger Weggefährte und Vorsitzende der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier. Geplant sei, dass die Stiftung Berliner Mauer zum 1. Januar 2021 die von Wagin initiierte Mahn- und Gedenkstätte als Träger übernimmt. epd