Berlin / dpa Die neue Eingangsgalerie wird nach dem jüdischen Sammler und Mäzen James Simon benannt.

Mit der neuen James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel will die Stiftung preußischer Kulturbesitz die Bedeutung jüdischer Mäzene für die Entwicklung der Museumslandschaft in Deutschland betonen. James Simon (1851-1932) sei einer der ganz großen Mäzene gewesen, „die so unendlich viel für Kultureinrichtungen in Deutschland und eben auch in Berlin getan haben“, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger in Berlin. „Wir wollen etwas gegen das Vergessen tun.“

Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen, sprach von einer „unfassbar großzügigen Schenkung, die etwa 10 000 Objekte umfasst und in 10 unserer insgesamt 16 Sammlungen Fußspuren hinterlassen hat“. Das wohl berühmteste Werk ist inzwischen so etwas wie ein Wahrzeichen Berlins: die Nofretete. Die Büste der Hauptgemahlin von König Echnaton aus dem 14. Jahrhundert vor Christus stammt ebenfalls aus der Sammlung von Simon.

Für den Mäzen ist nun auch wieder ein Kabinett im Bode Museum eingerichtet, das 1938 während des Nationalsozialismus geschlossen worden war. Dieser Raum ist nach Angaben der Stiftung für eine Dauer von 100 Jahren Teil des Schenkungsvertrags. „Dass das Kabinett jetzt wieder eingerichtet wurde, ist tatsächlich ein Bewusstwerdungsprozess“, begründete Eissenhauer den langen Zeitraum ohne Simon-Kabinett seit der Wiedervereinigung auch der Museen vor fast drei Jahrzehnten.

Die Galerie, aus Sicht Parzingers das siebte Museum auf der zum Weltkulturerbe zählenden Museumsinsel, wird an diesem Freitag im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 4600 Quadratmetern hat der britische Stararchitekt David Chipperfield realisiert.

Die 134 Millionen Euro teure James-Simon-Galerie dient nicht nur als Eingangs- und Servicebereich, sondern soll die Museen künftig auch über eine unterirdische Promenade verbinden. Diese archäologische Promenade soll zudem für Ausstellungen genutzt werden, die die Museen inhaltlich miteinander verknüpfen. dpa