Heidenheim / HZ Bei den Zeitgenossen-Konzerten der Opernfestspiele Heidenheim treten neben dem Komponisten Albrecht Imbescheid das SWR-Vokalensemble und der Neue Kammerchor des Schiller-Gymnasiums auf.

Im Rahmen der Opernfestspiele hat der Heidenheimer Förderverein für Neue Musik drei Konzerte von Freitag, 12. Juli, bis Sonntag, 14. Juli, mit dem Esslinger Komponisten und Flötisten Albrecht Imbescheid organisiert. Ein weiteres Konzert mit dem SWR-Vokalensemble und dem Neuen Kammerchor Heidenheim wird von Marcus Creed und Thomas Kammel dirigiert.

Der erste Zeitgenossen-Konzertabend am Freitag, 12. Juli, 20Uhr, im Margarete-Hannsmann-Saal der Stadtbibliothek Heidenheim steht im Zeichen der Wal-Gesänge. Natur und Mythos spiegeln sich in den Werken dieses Programms, darunter „Kassandra“ und „Jona“ von Imbescheid und „Vox Balaenae“ von George Crumb, das angeregt durch Tonaufnahmen von Gesängen der Buckelwale ausdrücklich mit Masken und in untermeerischer Beleuchtung gespielt werden soll. Dazwischen sind drei Solostücke zu hören, eines für Kontrabass-Klarinette, eines für Klavier und eines für Cello mit einem Video.

Der zweite Abend am Samstag, 13. Juli, ab 20 Uhr ebenfalls im Saal der Bibliothek, thematisiert Liebes- und Todessehnen, Einsamkeit, Winter und Kälte. Franz Schuberts weltweit bekannter Liederzyklus „Winterreise“ hat den Komponisten Imbescheid fasziniert und zu Zwischenspielen inspiriert, die die Lieder Schuberts miteinander verbinden. Den originalen Klavierpart der Lieder hat Imbescheid für Streichquartett und Akkordeon instrumentiert, womit sich die Farbigkeit der Begleitung steigert. Hinzu kommen Projektionen von Fotoarbeiten des Künstlers Andrej Pirrwitz, die die morbide Grundstimmung der Schubert-Lieder zeitgemäß spiegeln. Sänger ist Frank Wörner, der als Stimmgestalter und Regisseur 2017 selbst im Mittelpunkt der Heidenheimer „Zeitgenossen“-Reihe gestanden hatte.

Gesang und Flöte bei „Pans Wiederkehr“

Die Matinee am Sonntag, 14. Juli, ab 11 Uhr vollendet als Komponistenportrait den Imbescheid-Zyklus, diesmal im Vortragssaal der Musikschule Heidenheim. Im Programm findet sich das Klaviertrio „Perseveranza“, dessen Name zu Deutsch Beharrlichkeit heißt. Ihm folgen eine musikalische Idylle für Gesang und Flöte mit dem Titel „Pans Wiederkehr“, zwei neue Lieder, ein hoch virtuoses Geigensolo und zum Schluss der Höhepunkt: „Verlorene Orte“ für zwei Klaviere und zwei Schlagzeuger. Schon die Besetzung verspricht ein außergewöhnliches Erlebnis. Der erste der drei verlorenen Orte ist „Ground Zero“, das Gelände jener Terror-Katastrophe vom 11 September 2001. Der zweite ist das Nebel- und Sagenland Avalon, der dritte Ort sind die Gärten von Babylon, auch „Die hängenden Gärten der Semiramis“ genannt.

Am Sonntag, 14. Juli, gibt es außerdem ein weiteres Zeitgenossen-Konzert. In der Stiftskirche Mariä Himmelfahrt in Obermedlingen singen das SWR-Vokalensemble mit Dirigent Markus Creed und der Neue Kammerchor Heidenheim des Schiller-Gymnasiums mit ihrem Leiter Thomas Kammel. Die Chormusik aus dem Baltikum steht im Mittelpunkt des Partnerkonzerts. Der Neue Kammerchor eröffnet den Abend, bevor das SWR-Vokalensemble Volksliedbearbeitungen des Esten Veljö Tormis und Lieder der lettischen Komponistin Maija Einfelde präsentiert. Von Arvo Pärt wird die Kantate „Dopo la Vittoria“ gesungen und auch Litauens Peter Vasks ist mit seiner Ballade „Litene“ vertreten. Von den zwei jungen, preisgekrönten baltischen Komponisten Andris Dzenitis und Rytis Mažulis und ihren Werken wird das Programm komplettiert.

Imbescheid wird Fragen beantworten und seine Werke kommentieren. Das Publikum kann mit dem Komponisten ins Gespräch kommen. Der Heidenheimer Förderverein lädt bei freiem Eintritt zu den Konzerten ein und dankt allen Spendern, Stiftern, Geldgebern und weiteren Unterstützern, die das Zeitgenossen-Projekt 2019 möglich gemacht haben. Das Programmheft mit weiteren Informationen kann unter www.neuemusik.heidenheim.com heruntergeladen werden.