Die letzte reibungslos verlaufene Spielzeit war die anno 2018/2019. Die nächste Saison trägt schon das Etikett 2022/2023. So schnell vergeht die Zeit. Und wie sich die Zeiten dabei geändert haben, hat jeder mitbekommen und bekommt es weiterhin mit. Und auch an einer Institution wie dem Heidenheimer Theaterring ist das alles nicht spurlos vorübergegangen. Umso mehr hofft man nun im städtischen Kulturamt, dass man nicht nur auf den Beinen geblieben ist, sondern auch trotz allem gewissermaßen mal wieder reibungslos über die Bühne laufen und dabei alles ungestört über dieselbe bringen kann, was man sich als Programm vorgenommen hat.

Beginnen wird die Spielzeit am Donnerstag, 27. Oktober, mit einer Tragikomödie, die das Theater Lindenhof aus Melchingen ins Konzerthaus mitbringen wird. „Global Player“ ist die Adaption eines Kinofilms von Hannes Stöhr, Berliner Regisseur mit Hechinger Wurzeln. Der Strukturwandel auf der Schwäbischen Alb in Zeiten der Globalisierung ist dabei der Hintergrund eines Familien- und Generationenporträts.

Hollywood und Hassreden

Eine weitere Filmadaption folgt am Dienstag, 15. November, im Festsaal der Waldorfschule: „Oskar Schindlers Liste“. Steven Spielberg hat 1993 von Hollywood aus mit seinem Film dem deutschen Unternehmer, der während des Zweiten Weltkriegs über tausend Juden vor den deutschen Vernichtungslagern rettete, ein Denkmal gesetzt. Im Jahr 2018 kam die Geschichte dann aufs Theater. Und die Braunschweiger Komödie am Altstadtmarkt nimmt mit der von Florian Battermann für die Bühne dramatisierten Version nach zwei von Corona verhinderten Vorstellungen nun einen dritten Anlauf in Heidenheim.

Eine wesentlich kürzere Anreise hat das Theater der Stadt Aalen, das am Donnerstag, 24. November, mit Lutz Hübners und Sarah Nemitz` auf vielen deutschen Bühnen mit großem Erfolg gespielten Schauspiel „Furor“ in den Lokschuppen nach Heidenheim kommen wird. Es geht um Politikverdrossenheit, Hassreden, die Macht eines gezückten Smartphones, um sich beinahe gegenseitig ausschließende Perspektiven auf die Wirklichkeit und die Sehnsucht nach einfachen Lösungen.

Klassiker und Krimiepisoden

Es folgt ein Klassiker: Georg Büchners „Woyzeck“, mit dem am Dienstag, 6. Dezember, das Landestheater Tübingen in der Waldorfschule gastieren wird. Der Soldaten Woyzeck, gefangen in einem Alltag voller Verachtung und Gewalt und von den Mächtigen und der Gesellschaft gedemütigt, ersticht aus Eifersucht seine Freundin Marie, die Mutter seines Sohnes.

Das Jahr 2023 beginnt in Sachen Theaterring am Mittwoch, 18. Januar, im Konzerthaus nicht mit einem Stoff, den man aus dem Kino kennen könnte, sondern mit einem, der aus dem Fernsehen entlehnt ist. Das Berliner Kriminal-Theater, das in Heidenheim bereits mit „Passagier 23“ überzeugen konnte, wird diesmal drei Episoden aus Mizzy Meyers TV-Serie „Der Tatortreiniger“ im Gepäck haben.

Ein sehr bekanntes Gesicht wiederum schickt am Mittwoch, 15. Februar, die Landesbühne Rheinland-Pfalz mit Johannes Krams „Seite eins“ ins Rennen. Ingolf Lück spielt in diesem Stück für einen Mann und ein Smartphone den Medienprofi Marco, der auch vor Lügen nicht zurückschreckt, um mit seiner Story ganz vorn zu landen.

Bekannte Gesichter

Im Falle von „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ war zuerst das Schauspiel da und dann das Kino. Und in allen Fällen war Alfred Uhrys Geschichte ganz oben auf der Erfolgsleiter. Für das Theaterstück gab’s 1988 den Pulitzer-Preis und für die Hollywood-Verfilmung 1989 mit Jessica Tandy und Morgan Freeman vier Oscars. Die Hauptrollen in der Produktion des Tourneetheaters „Thespiskarren“, die am Donnerstag, 9. März, in der Waldorfschule zu erleben sein wird, sind ebenfalls üppig besetzt; es spielen Doris Kunstmann und Ron Williams.

Last but not least: „Mein Sommer mit Mucks“. Mit Stefanie Höflers Jugendroman kommt am Donnerstag, 30. März, die Württembergische Landesbühne Esslingen in die Stadtbibliothek. Die Uhrzeit ist eher ungewöhnlich: 10.30 Uhr. Das liegt daran, dass die Zielgruppe dieser Extra-Vorstellung des Theaterrings sich vor allem an Schulklassen richtet. Was allerdings nicht bedeutet, dass nur Schüler und Lehrer willkommen sind.

Heidenheim

Abonnements und Eintrittskarten


Abonnements für die Vorstellungen des Theaterrings können ab sofort bei der Stadt-Information (Christianstraße 2, tel. 07321.327-7777) gezeichnet werden. Dort und im Pressehaus in Heidenheim sind auch Eintrittskarten für jede einzelne Vorstellung erhältlich.