Königsbronn / Manfred F. Kubiak Ab 21. Juni gibt’s wieder Freilichttheater am Brenzursprung in Königsbronn. Auf dem Programm steht heuer „Nonnenpoker“.

Die Frage muss aus aktuellem Anlass erlaubt sein: Spielen Nonnen Poker? In Königsbronn ja. Und wie nennt man das eigentlich Unvorstellbare? „Nonnenpoker“. Wie auch sonst?

Freilich ist das am Ende alles nur Theater. Und zwar am Brenzursprung, wo heuer die Theaterspielgruppe besagten „Nonnenpoker“ ins Programm genommen hat. Zwölf Mal wird die schwäbische Komödie aus der Feder von Jennifer Hülser auf der Freilichtbühne vor dem Rathaus zu sehen sein. Premiere ist am kommenden Freitag, 21. Juni. Regie führt Armin Dömel.

Abschalten vom Alltag

Der Prinzipal verspricht, dass bei dieser Gelegenheit „nicht nur geschmunzelt“ werden darf, „sondern herzhaft gelacht“. Und um was geht’s? Dazu nur so viel: tatsächlich um Nonnen, tatsächlich um Poker, darüber hinaus aber auch um zwei windige Mafiosi und jede Menge Geld. Mit anderen Worten: Full House statt Klausur im Kloster. Eine solche Mischung hätten sich einst die nur einen Steinwurf vom Brenztopf entfernt lebenden Zisterzienser mit Sicherheit nicht träumen lassen . . .

Dabei, das versichert Armin Dömel, kommt diese Mischung leicht verdaulich daher. „Unser Publikum möchte keine schwere Kost haben, hier geht’s um zwei Stunden Abschalten vom Alltag.“

Der Ernst des Lebens wird auf anderen Bühnen verhandelt. Das soll auch so bleiben, sagt man in Königsbronn. Die Theaterspielgruppe, die sich vor ein paar Jahren, wenn man so will, am eigenen Schopf aus einer ihre seit 1981 gepflegte Tradition des Freilichttheaters bedrohenden Krisis gezogen hat, sieht sich in ihrem Tun durchaus bestätigt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Armin Dömel. „Auf dem aufsteigenden Ast.“

Im vergangenen Jahr sahen immerhin 1300 Besucher, im Schnitt 130, die Vorstellungen der schwäbischen Komödie „Hollywood lässt grüßen“. 1000 Zuschauer, und damit sogar 200 im Schnitt, zog seinerzeit das Kinderstück „Neues vom Räuber Hotzenplotz“. Mit einem solchen Ergebnis wäre man am Brenzursprung auch in der bevorstehenden Saison zufrieden. Und wenn es sogar noch besser laufen sollte, würde man sich nicht wehren.

Wobei der Erfolg letztendlich auch immer ein wenig vom Wetter abhängt. Dabei spielt es zunächst einmal eine untergeordnete Rolle, dass bei Regen die Vorstellung nicht etwa ausfällt, sondern man einfach gleich nebenan in der „Hammerschmiede“ spielt. Das ist zwar ein nicht zu verachtender Service am Kunden, ändert aber nichts an der Tatsache, dass, wie Armin Dömel weiß, „unser Publikum vor allem kommt, um Theater unter freiem Himmel zu genießen“. Insofern läuft das Hauptgeschäft eindeutig an der Abendkasse, was Besucherprognosen erschwert und die Theaterleute bis kurz vor Beginn einer Vorstellung immer auch ein wenig im Ungewissen lässt.

Kinderstück ab Ende Juli

Aber das ist dann halt so, damit lebt man in Königsbronn. Zumal, wenn man ein altes „Theaterpferd“ wie Armin Dömel ist. Der steht dem Theaterverein zwar erst vergleichsweise kurz seit 2011 vor, dabei aber ist er schon seit 30 Jahren. Armin Dömel gab sein Bühnendebüt als Statist im Hochzeitszug, als 1989 „Der Florentinerhut“ gespielt wurde.

Auch dieses Jahr wird er nicht nur hinter, sondern wieder auf der Bühne stehen: als schwedischer General Torsten Torstenson im Kinderstück, bei dem es sich in dieser Saison um Otfried Preußlers „Das kleine Gespenst“ handelt. Sechs Vorstellungen stehen auf dem Programm, Premiere ist am Samstag, 27. Juli.

Achtzehn Mal Theater am Brenztopf

Zwölf Mal steht „Nonnenpoker“ auf dem Königsbronner Theaterprogramm am Brenzursprung, und zwar an den Freitagen 21. Juni, 26. Juli, 2. und 9. August jeweils ab 20.30 Uhr, an den Samstagen 22. Juni, 27. Juli, 3. und 10. August jeweils ab 20.30 Uhr und an den Sonntagen 30. Juni, 7., 14. und 21. Juli jeweils ab 18 Uhr.

Das Kinderstück „Das kleine Gespenst“ wird sechs Mal aufgeführt: an den Samstagen 27. Juli, 3. und 10. August sowie an den Sonntagen 28. Juli, 4. und 11. August jeweils ab 17 Uhr.

Im Vorverkauf sind Eintrittskarten in der Königsbronner Filiale der Heidenheimer Volksbank erhältlich.