Das Tanzwerk unter der Leitung der Tanzpädagogin Gerlinde Tsopatalo präsentierte seine Große Werkschau im voll besetzten Lokschuppen. Der ganze Abend ein Hochgenuss. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Beifall.

Den ersten Teil des Programms „Dornröschen und mehr“ bestritten die Jüngeren, Kinder von vier bis zwölf, und es war eine Lust, ihnen in ihrem Eifer und den lauthals gesungenen Dornröschen-Strophen, zuzusehen. Die Kinder tanzten zauberhaft das Märchen mit all seinen Motiven. „Die böse Fee“ geriet furchteinfößend und der Tanz um die Wiege, das Einschlafen und Erwachen sowie das Hochzeitsfest dafür umso liebreizender. Ein großer Lacher des ersten Teils war der Auftritt des Prinzen auf einem fast echten Pferd. Hervorzuheben ist auch die junge Alina Bantle, die alle Tanzstücke mit ihrem Trompetenspiel umrahmte und den Kindern die bekannte Märchenmelodie ins Ohr gab.

Der zweite Teil des Programms ging vom Märchenhaften zum modernen, witzigen und höchst unterhaltsamen Tanztheater über. Hier traten die Älteren auf, junge Mädchen und Frauen bis zu Seniorinnen im Alter von knapp 80 Jahren, die alle anmutig, ausdrucksstark und sichtlich voller Freude zu den unterschiedlichsten Musikstücken tanzten, von Bukahara („Happy“) über Camie („Alfonsina“) bis hin zu René Aubry, Buena Vista Social Club und Coldplay.

Die Kostüme waren einfach und fein abgestimmt. Das zeigte sich in jeder einzelnen Choreografie, zum Beispiel eindrucksvoll beim „Meer“, in der die verschiedenen Farben und die wellenartigen Bewegungen perfekt harmonierten. Ein witziges Highlight im zweiten Teil war das „Sofa“, in dem es darum ging, den inneren Schweinehund zu überwinden und dem verlockenden (vom Ton- und Allroundtechniker Friedrich Steigerwald vergnüglich auf Corona getesteten) Sofa zu widerstehen und stattdessen lieber Tanzschritte zu trainieren. Wunderbar! Ebenso die jungen Frauen von „Hijas de Alfonsina“, die zum Teil extra für diese Hommage an die lateinamerikanische Schriftstellerin Alfonsina Storni von ihrem Studium in die Gruppe unglaublich begabter Tänzerinnen zurückgekehrt sind.