Derzeit ist viel von Quarantäne die Rede, gar von Einzelhaft. Und schon wären wir nicht nur bei Corona, sondern auch beim Grafen von Monte Cristo. Bloß dass der Romanheld von Alexandre Dumas und dem Hauptstück der diesjährigen Sommersaison im Heidenheimer Naturtheater keine vierzehn Tage, sondern ganze vierzehn Jahre weggeschlossen war. Unschuldig. Auf der einen guten Steinwurf vor dem Hafen von Marseille gelegenen Festungsinsel If, im berüchtigten Château d’If.

Der „Graf von Monte Cristo“ wird aus Edmond Dantès erst nach dessen spektakulären Flucht aus dem Gefängnis. Und wie es dann weitergeht, ist bekannt. Womit wir schließlich doch wieder bei Corona angelangt wären, dem Virus, das derzeit fast alles in Frage stellt. Zumindest die nähere Zukunft.

Proben sind abgesagt

Auch fürs Naturtheater gilt, dass man im Moment nicht weiß, wie es jetzt eigentlich weitergeht. Die Proben sind aus Sorge über die weitere Verbreitung des Coronavirus abgesagt. Am Dienstag hatten sich der Vorstand, der Beirat, die Regieteams und die Büromitarbeiter zu einer Krisensitzung getroffen, um eben diesen Probenbetrieb, aber auch den weiteren Bühnenbau bis zum 19. April einzustellen.

Denn bis zum 19. April festgeschrieben ist derzeit die Schließung der Schulen, wohingegen die Notverordnung der Landesregierung sogar bis zum 15. Juni in Kraft ist, allerdings jederzeit auch verkürzt oder aber sogar verlängert werden kann.

27.000 Karten sind schon verkauft

„Bis zum 19. April sind es noch fast fünf Wochen“, sagt der Naturtheater-Vorsitzende Norbert Pfisterer. „Und deshalb sind wir nach wie vor auch zuversichtlich, dass alles wie geplant vonstatten gehen kann.“ Vorgesehen sind die Premieren 2020 für Sonntag, 14. Juni (das Kinderstück „Eine Woche voller Sams-Tage“), und für Freitag, 19. Juni („Der Graf von Monte Cristo“). Bereits 27 000 Eintrittskarten sind verkauft. Und Pfisterer, auch dies ist ein Ergebnis der Krisensitzung, ist sich sicher: „Wenn wir nach dem 19. April wieder loslegen können, dann werden wir auch noch genügend Zeit haben, die Premieren und die komplette Saison vorzubereiten.“

Selbstverständlich wurde auch die zwangsläufig nächste Frage im Naturtheater intern bereits diskutiert. Was, wenn am 19. April noch keine Entwarnung gegeben würde? „Dann“, sagt Norbert Pfisterer, „müssten wir, je nachdem, was für ein neuer Termin genannt werden würde, ernsthaft überlegen, ob es noch hinzukriegen wäre.“ Doch darüber, was dies wiederum bedeuten und nach sich ziehen könnte, will Pfisterer zum jetzigen Zeitpunkt nicht spekulieren. „Ich möchte nichts dramatisieren und hoffe nach wie vor darauf, dass es am 19. April durchgestanden ist.“

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Weitere Veranstaltungen sind abgesagt


Aus Sorge über die weitere Ausbreitung des Coronavirus wurde der Kabarettabend mit Arnulf Rating am Sonntag, 19. April, in der „Arche“ in Dischingen abgesagt. Die Karten behalten ihre Gültigkeit für einen Ersatztermin, der noch bekanntgegeben wird.

Abgesagt hat auch die Junge Philharmonie Ostwürttemberg ihre Konzerttermine, davon betroffen ist unter anderem der für Freitag, 24. April, geplante Auftritt im Festsaal der Heidenheimer Waldorfschule. Karten können bei allen bekannten Vorverkaufsstellen storniert werden.