Heidenheim / Manfred F. Kubiak Regisseur Tobias Heyder, Bühnenbildnerin Britta Tönne und Kostümbildnerin Verena Polkowski sind das Kreativteam hinter „Pique Dame“ der Opernfestspiele.

Tobias Heyder ist wieder da. Zum dritten Mal. Wieder als Regisseur. Selbstverständlich. Und diesmal, wenn man das überhaupt so formulieren sollte, auf der großen Bühne. „Pique Dame“, die Hauptproduktion der Festspiele, ist heuer sein Ding, nachdem er zuvor schon zweimal im Dienste der Reihe mit frühen Verdi-Opern in Aktion getreten war.

Mit seiner äußerst puristischen, nichtsdestotrotz ausdrucksstarken Inszenierung der allerersten Verdi-Oper „Oberto“ hatte Tobias Heyder in der Spielzeit 2016 in Heidenheim spektakulär auf sich aufmerksam gemacht. 2018 war diesem Debüt dann die Inszenierung von „I Lombardi“, Verdis vierter Oper, gefolgt. Ebenfalls ein voller Erfolg, wobei Heyder hier unter Beweis gestellt hatte, dass Purismus durchaus mit einer gewissen Üppigkeit in Details einhergehen kann.

Zeitlos

Und nun also „Pique Dame“. Es geht um Liebe, auch wenn die nirgends funktioniert. Und es geht, sagt Tobias Heyder, „um Visionen von Dingen, die wir erreichen wollen und dafür durchs Leben hecheln und darüber die Dinge vergessen, die uns wichtig sein sollten“.

Es geht selbstverständlich noch um einiges mehr. Allerdings sollte man so kurz vor der morgigen Premiere, auch nicht zu viel verraten. Vielleicht noch das. Heyders Inszenierung wird „so zeitlos, wie’s geht“ daherkommen, „aber in einer Moderne, die uns nähersteht als das 19. Jahrhundert“.

Zeitlos ist auch das Stichwort für Britta Tönne. Sie ist zum ersten Mal in Heidenheim dabei und zeichnet fürs Bühnenbild verantwortlich. Als „zeitlos und allgemeingültig“ versteht sie ihre Kreation für den Rittersaal, bei der, wenn man so will, acht Türen die Hauptrolle spielen. Was, wie Britta Tönne sagt, auch den vielen Szenenwechseln und Chorauftritten in „Pique Dame“ geschuldet sei.

„Keiner bestimmten Zeit“ zugeordnet ist bei einer zeitlosen Ausgangsposition schließlich und selbstverständlich auch Chic. „Klassisch modern, vornehm zurückhaltend, trotzdem nüchtern und unaufdringlich“ charakterisiert Verena Polkowski die Couture der Produktion, die ebenfalls die erste für Heidenheim ist, an der sich die Kostümbildnerin beteiligt sieht.

Zweimal Neuland

Verena Polkowski ist allerdings die Einzige im sogenannten Kreativteam der „Pique Dame“, die mit dieser Oper schon einmal zu tun hatte. „Als Assistentin in Frankfurt.“ Sowohl Regisseur Tobias Heyder als auch Bühnenbildnerin Britta Tönne hingegen betreten in dieser Hinsicht persönliches Neuland.

Wie bereits in der Verdi-Reihe verspricht Tobias Heyder auch für die Tschaikowsky-Oper, „einen glasklaren Blick auf die in ihr handelnden Menschen“ richten zu wollen. Und er ist auch nicht um ein Argument dafür verlegen, warum man sich die Heidenheimer „Pique Dame“ anschauen und anhören sollte: „Weil man mal was anderes als ,Carmen‘, ,Aida‘ oder ,Bohème‘ geboten bekommt, allein schon deshalb.“ „Es ist ein tolles Stück“, sagt Britta Tönne. „Mit toller Musik.“ Das, wie Verena Polkowski ergänzt, „völlig unpompös“ serviert werden wird.

Es gibt noch Karten für „Pique Dame“

Am morgigen Freitag hat Peter Tschaikowskys „Pique Dame“ Premiere bei den Heidenheimer Opernfestspielen und wird danach am 7., 12., 13., 17., 19., 25. und 27. Juli noch weitere sieben Mal zu erleben sein. Bei schönem Wetter im Rittersaal auf Schloss Hellenstein, ansonsten im Festspielhaus CC (Wettertelefon an Vorstellungstagen ab 18 Uhr: 07321.327-4220). Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr, und für alle Vorstellungen gibt es noch Karten im Vorverkauf im Ticketshop des Pressehauses in Heidenheim.