Heidenheim / Maximilian Haller Der Deutsch-Pop-Barde und bekennende Mützenträger Mark Forster rockte am Freitag beim Open-Air-Konzert die Bühne.

Leicht haben sie es ja nicht, diese „Deutsch-Pop-Poeten“. Ständig wird ihnen vorgeworfen, ihre Musik sei zu oberflächlich, zu kommerziell, im Grunde nur Schlagermusik, neu aufbereitet. Dass die Bouranis, Bendzkos und Giesingers dieser Nation vielleicht einfach nur unterhalten wollen, rückt dabei in den Hintergrund. Keinen Kopf über diese Diskussion machten sich die 6000 Menschen, die am Freitagabend in den Brenzpark pilgerten, um Mark Forster live und in Farbe zu sehen.

Und auf einmal stand er da auf der Bühne, eine gute Stunde früher als angekündigt, was auch der drohenden Gewitterfront geschuldet war. Mit einer akustischen Version von „Flash mich“ eröffnete Mark Forster ein rund zweistündiges Konzert. Danach ging es jedoch erst einmal an die Formalitäten: „‚Heidenheim’ ist so lange“, sinnierte der Popstar. „Stört’s euch, wenn ich ‚Heidi’ sage?“ Tat es natürlich nicht. Heidenheim und Mark Forster – man kennt sich, trat der Sänger mit polnischen Wurzeln ja bereits vor drei Jahren im Brenzpark auf.

Für Junge und Junggebliebene

Flott und fröhlich ging es weiter mit „Einmal“, der Leadsingle aus Forsters aktuellem Album „Liebe“. Auch bei „Für immer Forever“ oder „Killer“ brach die gute Laune im Publikum nicht ab. Erwartungsgemäß setzte sich dieses größtenteils aus jungen und junggebliebenen Menschen zusammen. Einige von ihnen waren zwar kaum dem Grundschulalter entstiegen, zeigten sich aber umso textsicherer.

Dass Forster auch saftere Töne anschlagen kann, bewies er mit Titeln wie „Flüsterton“ und der Akustikversion seines Hits „Kogong“. Hier und da gewährte der Sänger sogar einen Blick hinter sein Image als Schwiegermutterschwarm und notorischer Mützenträger: „Es gibt zwei Sachen, die ich gar nicht kann. Mit Leuten, die ich lieb hab’, offen über meine Gefühle zu sprechen, und Klavier in der Öffentlichkeit zu spielen.“ Beides überkam Forster bei dem Lied „Genau wie du“, einer Ballade, die sich an seinen Vater richtet. Hut ab – pardon – Hut auf, sich vor rund 6000 Menschen so verletzlich zu zeigen.

Pop-Perlen bei Regenschauer

Unbeeindruckt davon zeigte sich hingegen das Wetter, welches nach der Hälfte des Konzerts umschlug. Von dem Regen ließ sich allerdings niemand vertreiben; die Forster-Fans hielten tapfer die Stellung. So viel Treue muss belohnt werden, dachte sich der Popstar vermutlich, und holte kurzerhand seinen Stargast auf die Bühne, beziehungsweise auf die Leinwand. Michael Patrick Kelly, seines Zeichens ehemaliges Mitglied von „The Kelly Family“ und – genau wie Forster – Coach bei der Casting-Show „The Voice of Germany“, wurde per Videochat angerufen. Der war allerdings zu müde und legte auf. Doch kein Problem, ein Star wie Mark Forster ruft stattdessen einfach seinen Kumpel, den Rapper Sido an. Der durfte dann beim Song „Danke danke“ mitrappen. Ob die ganze Aktion nun spontan und live, oder doch viel eher vorgefilmt war, sei einmal dahingestellt. Spaßig war sie auf jeden Fall.

Die Chart-Hits „Wir sind groß“ und „Au revoir“ bildeten den vermeintlichen Abschluss des Konzerts. Insbesondere bei letzterem konnte und wollte auch der Letzte im Publikum mitsingen. Für einen kurzen Moment schien es so, als sei es das tatsächlich gewesen mit Mark Forster in Heidenheim. Bis der Popstar für die unvermeidliche Zugabe zurück auf die Bühne kam und diese mit seinen Hits „Stimme“, „Chöre“ sowie „Bauch und Kopf“ rockte. Klatschnass, aber glücklich gingen zwei Stunden Pop-Poesie vom Feinsten zu Ende. Und Mark Forster? Der hatte Spaß:„Es war wunderschön mit euch, ‚Heidi’!“ Ach, Mark. Mit dir doch auch.

Mark Forster im Heidenheimer Brenzpark

Bildergalerie Mark Forster im Heidenheimer Brenzpark

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