Heidenheim / Manfred F. Kubiak Zum Tod des in Heidenheim geborenen und in Hürben aufgewachsenen Künstlers Friedrich Zirm.

Sein Lebensweg war nicht leicht. Aber er ging ihn mit einer Konsequenz, die nicht vielen Menschen innewohnt. Und für das, was er erreichen wollte, kämpfte er mit aller Kraft, die ihm zur Verfügung stand. So wurde Friedrich Zirm auch zum Künstler.

Von der Geburt in Heidenheim an spastisch gelähmt, kam der in Hürben aufwachsende Friedrich Zirm an der Waldorfschule in Heidenheim erstmals mit der Malerei in Kontakt. Seine Kunstlehrerin hatte vorgeschlagen, er solle doch einmal versuchen, mit dem Pinsel im Mund zu malen. „Das Ding schmeckte grauenhaft“, hat sich Zirm später einmal erinnert, „aber ich konnte am Unterricht teilnehmen." Die Kunst wurde sein Ding. Und sein Ding in der Kunst wurde insbesondere die Zeichnung.

Mit 22 ging er an die Freie Kunstschule Nürtingen. Vier Jahre später bewarb er sich an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart – und wurde abgelehnt. Ein Schock, aber kein Grund, aufzugeben. Zirm wurde immerhin als Gasthörer zugelassen – und schaffte es binnen zweier Semester, die Dozenten von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Friedrich Zirm wurde in die Akademie aufgenommen, absolvierte sein Studium, zog nach Stuttgart, reiste nach New York, erhielt unter anderem den Förderpreis der Stuttgarter Bank, stellte aus, nicht nur in Ulm oder Stuttgart oder Aalen, sondern im Frühjahr 2000 auch im Rathaus seiner Geburtsstadt. Zuvor hatte er sieben Monate in Rom verbracht, was ihm durch ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg ermöglicht worden war.

„Strich für Strich entsteht die Welt“ lautete der Titel einer der Ausstellungen von Friedrich Zirm. Nun ist er im Alter von 56 Jahren in Stuttgart gestorben.