Heidenheim / Manfred F. Kubiak Nach über drei Monaten Zwangspause wegen Corona kommt mit zehn Filmen im Programm auch wieder ein Stück weit Normalität ins Leben vor der Leinwand. Welche Filme im Heidenheimer Kino-Center zu sehen sein werden:

„Wir fangen wieder an“, sagt Ralf-Christian Schweizer. Und das bedeutet: Es gibt wieder Kino in Heidenheim. Und zwar Kino im Kino. Und nicht Kino im Auto. Dreieinhalb Monate nach der Schließung wegen Corona werden am Donnerstag die Pforten des Kino-Centers wieder geöffnet und wirkt sich das Nachlassen des Würgegriffs der Krise nun auch, wenn man so will, auf das Leben vor der Leinwand aus.

Länger geschlossen lassen wollte Ralf-Christian Schweizer einfach nicht. „Ich wollte nicht zuletzt meine Mitarbeiter aus der Kurzarbeit kriegen“, sagt der Geschäftsführer der Heidenheimer Capitol-und-Kino-Center GmbH. Und ganz einfach Flagge zeigen und sagen, dass es das Kino noch gibt, wollte er auch, selbst wenn ihm das im Mai mit dem Autokino in den Seewiesen bereits sehr eindrucksvoll gelungen war. Aber ein Festplatz, darüber muss man nicht diskutieren, ist nicht die natürliche Heimat von Kino. Das ist das Kino.

Zeitlich entzerrte Vorstellungen

Und das ist nun ab Donnerstag wieder offen. „Wir haben insgesamt zehn Filme im Programm, von denen vier ganz neu anlaufen, während es sich bei den anderen um wirklich sehenswerte Filme handelt, die kurz vor der Schließung Mitte März nur ganz kurz im Programm gewesen sind“, sagt Ralf-Christian Schweizer. „Jeder Film läuft in ein oder zwei Vorstellungen pro Tag. Und wir haben das Programm zeitlich so entzerrt, dass es beim Kommen und Gehen der Besucher zu keinen Kollisionen kommen kann.“

Hygiene- und Abstandsvorschriften sind die inzwischen von überall her im öffentlichen Leben bekannten. „Was kein Problem sein dürfte“, wie Ralf-Christian Schweizer anmerkt. Weder für ihn und sein Team noch für die Besucher. „Da muss keiner Angst davor haben, ins Kino zu gehen, weshalb ich wirklich hoffe, dass die Leute auch kommen.“

Die nächste Hoffnung hängt denn auch gleich mit den Besucherzahlen zusammen. Es ist die, kostendeckend arbeiten zu können. „Das wird schwierig genug werden“, sagt Schweizer, „zumal wir“, Stichwort Abstand, „mit maximal 40 Prozent Auslastung“ rechnen können. „Aber es ist, wie es ist, ich muss da jetzt nicht jammern, vielen anderen geht es ähnlich.“

Hollywood liefert noch nicht

Ein wenig wohler wäre es Schweizer freilich, wenn die Corona-Situation in den USA eine andere wäre. Doch aus Hollywood, woher ansonsten bekanntlich die großen Umsatzbringer der Kino-Branche kommen, kommen im Moment keine neuen Filme, sondern immer nur weitere Hiobsbotschaften. Erst am Wochenende wurden für Ende Juli avisierte Neustarts um einen weiteren Monat in den August hinein verschoben. Darunter auch der von „Mulan“, der neuesten Disney-Produktion, auf die nicht nur Ralf-Christian Schweizer, sondern Kinobesitzer in ganz Europa gewartet hatten.

Aber sei dem, wie ihm wolle: „Wir fangen wieder an“, sagt Schweizer. „Und wir versuchen, das mit einem vernünftigen Aufwand alles irgendwie hinzukriegen.“ Vielleicht sogar parallel noch den ohnehin geplanten Umbau im bis auf weiteres nach wie vor geschlossenen Innenstadt-Kino „Capitol“. Dies aber nur, so Schweizer, „wenn es finanziell zu stemmen wäre“.

Diese zehn Film sind ab Donnerstag im Kino-Center zu sehen:

● Besser Welt als Nie

● Blue Story – Gangs of London

● Der Spion von nebenan

● Die Addams Family

● Gipsy Queen

● Lassie – eine abenteuerliche Reise

● Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau

● The Hunt

● Trolls World Tour

● Undine

Das Autokino verbucht Ralf-Christian Schweizer als Erfolg, seine Kinos aber bleiben weiterhin geschlossen, weil der Heidenheimer Unternehmer unter den gegebenen Umständen eine Wiederöffnung derzeit für wirtschaftlich nicht vertretbar hält.

Am ersten verlängerten Wochenende war der Festplatz in Heidenheim an vier Abenden gleich viermal ausverkauft. Selbst bei den beiden Mitternachtsvorstellungen parkten immer noch 150 Fahrzeuge vor der Leinwand.

Heidenheimer Note dank Franz Rogowski

Die Wiedereröffnung des Kino-Centers wird übrigens auch mit einer gewissen Heidenheimer Note auf der Leinwand einhergehen, da sich ab Donnerstag auch zweimal täglich der Film „Undine“ im Programm findet, in dem Franz Rogowski die männliche Hauptrolle spielt, dessen Großeltern bekanntlich in Heidenheim leben.