Fremdenfeindlichkeit und Hass auf „den Staat“: Das Buch „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“ von Ines Geipel sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Am Mittwoch, 17. Juni ab 19 Uhr liest die Autorin auf der Außenbühne im Klostergarten des Kulturzentrum Kloster in Herbrechtingen aus ihrem Buch. Es erzählt von den Schweigegeboten nach dem Ende der NS-Zeit, der Geschichtsklitterung der DDR und den politischen Umschreibungen nach der deutschen Einheit.

Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium aus Jena nach Westdeutschland und studierte in Darmstadt Philosophie und Soziologie. 2000 war sie Nebenklägerin im Prozess gegen die Drahtzieher des DDR-Zwangsdopings. 2005 gab Ines Geipel ihren Staffelweltrekord zurück, weil er unter unfreiwilliger Einbindung ins DDR-Zwangsdoping zustande gekommen war.

Die Lesung findet in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule statt. Da die Teilnehmerzahl auf 99 beschränkt ist, sollte der Vorverkauf beachtet werden. Karten gibt es in der Stadtbücherei, der Buchhandlung Konold, im Ticketshop der Heidenheimer Zeitung oder online bei der HZ. Vor Ort gelten besondere Hygiene- und Abstandsregeln.