Heidenheim / hz Leserbrief zur Rezension des Neujahrskonzertes, „Erwarte das Unerwartete“, HZ vom 13. Januar.

Was für ein Neujahrskonzert! Wir können Professor Marcus Bosch nur gratulieren, dass er den Mut hatte, Fazil Says „Never give up“ und Friedrich Guldas „Wien verrückt” im Neujahrskonzert mit den Stuttgarter Philharmonikern unter der grandiosen Leitung von Marijn Simons zu präsentieren.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, die riesengroße Leistung von Camille Thomas wäre mehr im Mittelpunkt der Rezension gestanden. Wenn man bei „Never give up“ mit geschlossenen Augen ihrem Spiel lauschte, war da ein Gänsehaut-Feeling, ihr Cello weinte und schluchzte, die Kalaschnikows der Bläser ließen Furcht verspüren.

Selten hat uns eine Komposition mehr berührt und die Art und Weise, wie Camille Thomas mit dem Cello verschmolz, mit ihm eins wurde, war einfach unvergleichlich. Sie darf mit Recht mit Namen wie Sol Gabetta, Mstislaw Rostropowitch, Ludwig Hölscher und Pablo Casals genannt werden.

Mein Mann und ich sind dankbar für diesen außergewöhnlichen Abend.

Gabriele Rogowski, Heidenheim