Heidenheim / Veit Gruner Der Neue Kammerchor des Schiller-Gymnasiums bestach in der Dreifaltigkeitskirche.

Heidenheim. Als einen wehmütigen Rückblick auf die Weihnachtsfeiertage und einen hoffnungsfrohen Aufbruch ins neue Jahr dürften die überaus zahlreichen Besucher das Neujahrskonzert des Neuen Kammerchors Heidenheim in der Dreifaltigkeitskirche empfunden haben.

Im Mittelpunkt des Programms unter der Leitung von Thomas Kammel stand Antonio Vivaldis festliche Großkantate „Gloria“ für gemischten Chor, Soli, Generalbass, Streicher, Oboen und Trompeten. Während das Sopransolo in den Händen der ausdem polnischen Olsztyn (Allenstein) stammenden, mehrfach preisgekrönten Kammersängerin Katarzyna Jagiełło lag, wurden die übrigen Soli von ausgewählten Chorstimmen übernommen, wobei hier besonders der schlanke und klare Klang der jugendlichen Bässe für angenehmes Erstaunen sorgte. Was Klangschönheit, Intonationssauberkeit und Homogenität anbelangt, standen die Sopran- und Altstimmen den Männerstimmen freilich in nichts nach.

Sehr gut gelang unter anderem auch Mendelssohns doppelchöriger Psalm 100, in dem ein aus vier Sängerinnen und vier Sängern gebildeter, ein dickes Extralob verdienender Favoritchor dem Tuttichor gegenübergestellt wurde. Einen glänzend gemeisterten Dialog zwischen hellen Sopranklängen auf der einen und dunkleren Klängen der Alt-, Tenor- und Bassstimmen auf der anderen Seite erlebten die Besucher in Arvo Pärts „Morning Star“, während in „Immortal Bach“ von Knut Nystedt der über den gesamten Kirchenraum verteilte Chor einen geradezu esoterischen Raumklang hervorzauberte.

Das bewährte Ensemble Jadis trug maßgeblich dazu bei, dass eine klangliche Ausgewogenheit auch zwischen Chor- und Instrumentalstimmen bestand. Ebenso makellos wie einfühlsam gestaltete sich die Klavierbegleitung durch Alwina Meissner. Eine dezente Lichtregie verlieh dem Kirchenraum zusätzlich eine festliche Atmosphäre.

Als wären nicht schon genügend Register gezogen, überraschte und bestach der Chor noch mit musikalischen Delikatessen ganz anderer Art, etwa mit einem sehr melodischen „Lullaby“ des Amerikaners Daniel Elder oder dem hochromantischen „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Mendelssohn.