Neresheim / Volker Albert Organist Christian Barthen spielte auf der Holzhey-Orgel im Kloster.

Mit dem Motto „Bach - Barthen - Holzhey“ wurde die Zuhörerschaft am Sonntagnachmittag in der Basilika der Benediktinerabtei Neresheim begrüßt. Und damit benannt die Protagonisten des Benefizkonzertes: Es ging um Werke des deutschen Orgelkomponisten, Johann Sebastian Bach, um einen Interpreten eben jener Musik, Christian Barthen, und um den Erbauer des Instrumentes, der Holzhey-Orgel, Johann Nepomuk Holzhey.

Christian Barthen begann festlich mit „Präludium und Fuge G-Dur (BWV 541)“, das markante Kopfthema der Fuge bekannt aus der Kantate BWV 21. Mit ihrem Plenoklang steht die Orgel brillant und dennoch durchsichtig im Raum, Barthens differenziert ausgearbeitete Non-Legato-Artikulation ließ jede Filigranität des Satzes bestens erkennen.

Enorme Popularität eignet das „Concerto a-moll BWV 593“, eine Verbeugung Bachs vor seinem italienischen Kollegen Antonio Vivaldi. Neben aller spielerischer Virtuosität der Ecksätze berührte besonders die schmachtende Innigkeit und das fließende Melos im Adagio. Der Verzicht auf alles Gravitätische nahm gleichsam die Atmosphäre des Kirchenraumes mit seinem Ausblick ins Himmlische auf.

Ganz geerdet im Sinne des Bachschen Protestantismus kam im Zentrum des Programmes das Choralvorspiel zu „Erbarm dich mein, o Herre Gott BWV 721“.

Wonach sich Barthen noch zwei weiteren C-Dur-Herausforderungen stellte, nämlich der „Triosonate BWV 529“ und „Toccata, Adagio und Fuge BWV 546“, wobei letztgenanntes Werk zu den spieltechnisch schwierigsten im Bachschen Orgel-Œuvre zu zählen ist. Barthen beherrschte die hohe Kunst des Trio-Spiels als auch die schiere Spielfreude im Toccatenstil: Jeder schnelle Lauf so akkurat wie plastisch artikuliert, der Überakustik des Raumes in jeder Figur blendend Paroli geboten. Das Publikum dankte dem Orgelkünstler Christian Barthen mit stehendem Applaus.

Die weltberühmte Holzhey-Orgel bei „Stiftung Orgeltest“:

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