Heidenheim / HZ Bei den „Zeitgenossen“-Konzerten wird Imbescheid drei Mal zu hören sein.

Die im Zweijahresabstand stattfindenden „Zeitgenossen“-Konzerte im Rahmen der Opernfestspiele Heidenheim bringen 2019 einen Komponisten und Flötisten auf die Bühne, der zwar schon mehrmals hier zu hören war, aber vor etlichen Jahren. Der Heidenheimer Förderverein für Neue Musik hat den in Esslingen wohnenden Imbescheid wieder in die Region eingeladen. Wer ist der Mann und was macht er?

Gebürtig aus Crailsheim kam Imbescheid zum Studium von Schulmusik und Germanistik nach Stuttgart. Anschließend war er Kompositionsschüler von Milko Kelemen und als Flötist in der Meisterklasse von Peter Lukas Graf in Basel. Zweimal erhielt er ein Stipendium für die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. 1988 war er Stipendiat der Heinrich-Strobel-Stiftung des „Südwestfunks“. „Ich entstamme der sogenannten Nach-Avantgarde-Generation. Die ganz Großen wie György Ligeti und Karlheinz Stockhausen habe ich noch erlebt. Das waren Idole für mich. Ich habe das herausgezogen, was mir interessant schien. Eine große Rolle hat minimalistische Musik gespielt“, erinnert sich Imbescheid.

Er gewann mehrere Kompositionspreise und trat als Flötist in zahlreichen Konzerten und Rundfunkaufnahmen auf. Das Problem, dass mit der Neuen Musik einhergeht, ist ihm bewusst: „Nicht nur zeitgenössische, sondern alle ernste Musik ist erst sperriger als der Mainstream, das gilt für alle Jahrhunderte.“

Imbescheid war 1977 Mitbegründer der Neue-Musik-Konzerte im Planetarium Stuttgart und 1980 der „Tage für Neue Musik“ Stuttgart, seit 1996 unter dem Namen „Eclat“ bekannt. In Esslingen war Imbescheid 1998 Mitbegründer des Festivals „Tonart“, dessen Trägerverein er bis heute leitet. 1983 bis 2015 führte er die Musikschule Ostfildern, er gründete und leitete verschiedene Ensembles für Neue Musik. Imbescheid komponierte Orchester-, Kammer- und Vokalmusik, schrieb fürs Musiktheater und Filmmusiken. „Musik – egal ob zeitgenössisch oder älter – ist aus einem Äußerungsdrang der Menschheit entstanden. Sie hat immer auch mit Bewegung und Emotion zu tun“, verdeutlicht der Komponist sein Verständnis für Musik.