Konzerte: minus eins. Storchen-Percussion: plus eins. Das Musikfestival Schloss Brenz wartete dieses Jahr mit der ein oder anderen Überraschung auf. Ein Konzert musste krankheitsbedingt abgesagt werden – ein Novum in der Veranstaltungsreihe. Dafür konnte das Festival die auf Schoss Brenz heimischen Störche – wenn auch nicht ganz freiwillig – als Rhythmusgruppe dazugewinnen. Dass man deren Geklapper während der Konzerte hören konnte, lag freilich daran, dass das Musikfestival erstmals überwiegend als Open Air im Schlosshof stattfand.

Und? Wie war‘s? „Balsam für die Seele“, antwortet Georg Michael Grau da nur. Er ist Initiator und künstlerischer Leiter des Musikfestivals und hat die Kammerkonzertreihe bereits zum dritten Mal im Ausnahmezustand erlebt: 2020 fand jedes Konzert gleich zweimal am selben Abend statt – die damaligen Corona-Regeln ließen pro Konzert nur eine begrenzte Publikumszahl zu. 2021 dann der nächste Stolperstein. Aufgrund eines Wasserschadens im Rittersaal zog das Festival in die Rudolf-Magenau-Schule nach Hermaringen.

Rund 600 Besucherinnen und Besucher lockten die Freiluft-Konzerte nach Brenz.
Rund 600 Besucherinnen und Besucher lockten die Freiluft-Konzerte nach Brenz.
© Foto: Oliver Vogel

Und auch dieses Jahr konnte das Ensemble um Grau noch nicht zurück ins Schloss; kurzerhand wurden die Konzerte also wenige Meter weiter nach draußen verfrachtet. Eine kluge Entscheidung, die sich ausgezahlt hat: „Wir haben so viel positive Resonanz bekommen“, berichtet Grau. Klassikkonzerte seien generell weniger gut besucht seit Beginn der Pandemie, den ein oder anderen mochte das Open-Air-Feeling mitunter dazu überredet haben, sich doch zu trauen.

Rund 600 Besucherinnen und Besucher zählte das diesjährige Spektakel. Das sind mehr als im Vorjahr (500), jedoch etwas weniger als 2020 (700), und generell weniger als vor der Pandemie. Für Georg Michael Grau war es dennoch ein voller Erfolg. Endlich einmal wieder vor vollem Haus zu spielen, das sei – wie bereits erwähnt – „Balsam für die Seele“. Mit jedem Konzert seien mehr Besucher gekommen, sodass beim abschließenden Gala-Konzert am Sonntag sogar einige Leute an der Abendkasse vertröstet und nach Hause geschickt werden mussten.

Open-Air-Konzerte im Oktober?

Klingt doch ganz danach, als müsse man 2023 wieder in den Schlosshof ziehen, oder? „Das weiß ich momentan noch nicht“, gesteht Grau. „Es gibt einfach noch zu viele Fragezeichen.“ Eines dieser Fragezeichen, etwa, ist das Wetter. Traditionell findet das Musikfestival schließlich im Oktober statt – nicht gerade die ideale Saison für Freiluft-Konzerte. Auf der anderen Seite wird im Hochsommer so einiges an Konzerten geboten, man möchte fast von Konkurrenz sprechen. Zudem sind viele Menschen zu dieser Zeit verreist.

Ums kurz zu machen: Wo der Förderverein Musikfestival Schloss Brenz kommendes Jahr musizieren wird, steht derzeit noch in den Sternen. Wenn es nach Georg Michael Grau geht, wäre die Storchentruppe aber vermutlich künftig fester Bestandteil des Ensembles: „Sie klangen erstaunlich rhythmisch“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Sontheim/Brenz