Dischingen / Patrick Vetter „Parasite Inc.“ spielt dieses Jahr als lokale Band auf dem Dischinger Festival. Die vier Musiker haben schon so einige Bühnenerfahrung.

Jedes Jahr versteckt sich im Programm für „Rock am Härtsfeldsee“ neben Größen der Metalszene auch eine lokale Band. Dieses Jahr bei der 23. Auflage des Festivals nimmt die Aalener Band „Parasite Inc.“ diesen Platz ein. Schon 2014 spielten sie am Härtsfeldsee und kennen das Festival. „Ich war auch schon einige Male privat dort“, erzählt Schlagzeuger Benjamin Stelzer, der in Dorfmerkingen wohnt. Aber auch auf anderen Festivals in ganz Europa ist die Band jedes Jahr zu Gast. 2018 und 2016 spielten sie zum Beispiel auf der „Summerbreeze“. In Heidenheim oder auch Aalen sind sie nur noch selten auf der Bühne zu sehen.

Seit 2007 spielt die Band in wechselnder Besetzung zusammen. Stelzer und Sänger und Gitarrist Kai Bigler sind von Anfang an dabei. „Zu Beginn waren wir eher eine Hobbyband. Da ging es nicht nur um die Musik“, erzählt Bigler. Nachdem ihr erstes richtiges Album „Time Tears Down“ gleich erfolgreicher wurde als von den Musikern erwartet, begann die Gruppe ihren Auftritt professioneller zu gestalten. Seit rund sechs Jahren spielen sie nun in der aktuellen Besetzung mit Bigler, Stelzer, Stefan Krämer am Bass und Dominik Sorg an der Gitarre.

Das aktuelle Album der vier hat den Titel „Dead and Alive“ und entstand über einen Zeitraum von fünf Jahren. Diese laut Bigler „viel zu lange Zeit“ brauchten die vier, weil es viel mehr zu tun gab, als nur ein paar Lieder zu schreiben. „Unsere Technik hat sich zum Beispiel verbessert. Außerdem braucht man auch Zeit um Merchandise-Bestellungen zu verschicken“, sagt der Sänger. „Wir waren einfach auch damit beschäftigt, dass wir den Studiosound auf die Bühne bringen mussten“, ergänzt Stelzer. Es sei nicht so einfach, die Songs von einem Album auch live gut zu spielen.

Schon immer und auch jetzt mit „Dead and Alive“ bewegt sich „Parasite Inc.“ im Bereich Melodic-Death-Metal. „Das ist quasi „AC/DC“ oder „Black Sabbath“, nur in schnell und mit mehr Geschrei“, erklärt Bigler das Genre kurz und knapp. Auf seinen Schreigesang sind er und auch sein Kollege Stelzer stolz: „Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Damit der Gesang emotional rüberkommt, braucht es viel Erfahrung“, sagt der Schlagzeuger. „Ohne Übung geht deine Stimme eben schnell über den Jordan“, ergänzt der 36-jährige Schreihals lachend und mit ganz ruhiger, angenehmer Stimme, die fast nichts mehr mit den Tönen zu tun hat, die er auf der Bühne produziert.

Dass die beiden und ihre Bandkollegen Kinder der 80er-Jahre sind, hört man sogar ihrem Metalsound an. Der Song „Once and For All“ aus ihrem neuen Album enthält versteckte Synthesizer-Melodien, die an alte Videos oder Computerspiele erinnern. „Viele Metalbands orientieren sich am aktuellen Pop. Wir experimentieren mit Synthwave-Elementen“, gibt Stelzer zu. Das soll auch kommende Veröffentlichungen und den Stil der Gruppe prägen.

Hinter den einzelnen Liedern steckt in den meisten Fällen Bigler. Er komponiert und schreibt die Texte selbst. „Wir haben das auch mal anders probiert, aber gute Songs entstehen in einer Monarchie. Zu viele Köche verderben da den Brei“, ist sich sein Schlagzeuger sicher. Erst wenn es ein fertiges Konzept gibt, wird es in der Band abgesprochen. Texte mit Aussage sind Bigler dabei sehr wichtig: „Ich schreibe über Dinge, die mich privat beschäftigen, oder oft über sozialkritische Themen.“

Als „Parasite Inc.“ sich 2007 gegründet hatte, gab es im Raum Aalen eine Menge Metalbands. Während sie damals eine unter vielen waren, hat sich die Gruppe mittlerweile fest in der Szene etabliert. „Wenn man auf Festivals kommt, kennt man so langsam immer irgendjemand und auch die anderen Bands hat man oft schon gesehen“, eröffnet Bigler einen Blick hinter die Kulissen der Konzerte. Seit einigen Jahren gibt auch ein neues Logo der Band ein Gesicht. „Das ist ein Ambigramm. Es zeigt abstrahiert die Buchstaben P und S, die man von allen Seiten aus lesen kann“, gibt der Schrei-Sänger der Gruppe eine Erklärung zu der Animation. Übrigens: Was hört eine Metalband wie „Parasite Inc.“ auf dem Weg zu Festivals? Gerne auch mal Hip-Hop-Gruppen wie „K.I.Z.“ oder „Trailerpark“.