Die Museumsnacht? Fällt aus. Darauf hätte man zumindest gewettet. In Zeiten wie diesen? Doch siehe da: Nun wird es, wenn man so will, sogar drei Heidenheimer Museumsnächte geben.

Aber nun erst mal langsam. „Tatsächlich wollten wir die für den 17. Oktober geplante Museumsnacht zunächst ausfallen lassen“, gibt Heidenheims Kulturamtsleiter Matthias Jochner ganz freimütig zu. Corona eben. Das wäre das Einfachste gewesen. So machen’s alle. „Doch dann haben wir uns gedacht, dass man in besonderen Zeiten auch mal ganz anders reagieren könnte.“ Nämlich besonders. Und dabei heraus kam „3 mal 3“.

Am 16., 17. und 18. Oktober

Hinter diesem plakativen Rechenexempel aus der Welt des kleinen Einmaleins verbirgt sich konkret eine Art Museumskarussell, das sich zwischen dem Museum auf Schloss Hellenstein, dem Kunstmuseum und dem Museum im Römerbad drehen wird und in das man an drei Nächten einsteigen kann: am Freitag, 16. Oktober, am Samstag, 17. Oktober und am Sonntag, 18. Oktober.

In jedem der drei Museen erwartet die Besucher ein spezielles Programm: Theater im Römerbad, Literatur im Schlossmuseum, ein Lichtkonzert im Kunstmuseum. Schön eins nach dem anderen; nicht, dass einem noch schwindlig wird. Denn da man in Zeiten des Virus die Menschen nicht einfach so auf eigene Faust losmarschieren lassen kann, kommt und geht man nicht, wann man will wohin, sondern genießt das Museumskarussell auf verschiedenen festgelegten Touren und in beisammenbleibenden Gruppen.

150 Besucher pro Abend

Davon wird es, fast dachte man sich das schon, drei geben. Die eine beginnt auf dem Schloss, die zweite im Römerbad und die dritte im Kunstmuseum. Wobei der Ausgangspunkt immer auch der Endpunkt der Tour sein und man die etwas längere Wegstrecke vom Schloss in die Stadt oder von der Stadt aufs Schloss immer im Bus zurücklegen wird. In jeder Gruppe hat es Platz für 50 Besucher, macht maximal 150 pro Abend und 450 an drei Abenden. Beginn ist für alle drei Gruppen immer um 19 Uhr, Ende gegen 21.45 Uhr.

Und was wird an welcher Station geboten? Theater, Literatur, Lichtkonzert, geht’s noch genauer? Selbstverständlich. Zwischen den Ruinen des antiken Aquileia wird es im Römerbad einen Klassiker des Theaters geben: Sophokles‘ „Antigone“. Und zwar eine Hochgeschwindigkeitsversion: die Essenz der Tragödie in einer halben Stunde, dargeboten von Margarete Lamprecht und Oliver von Fürich.

Geschichten aus der Quarantäne

Im Museum Schloss Hellenstein wird Literatur zelebriert, und zwar Weltliteratur aus dem Mittelalter, wie sie aktueller kaum sein könnte. Denn Giovanni Boccaccios „Il Decamerone“ erzählt die Geschichte von Geschichtenerzählern, die sich zehn Tage in Quarantäne weggeschlossen haben, weil in der Toskana eine ansteckende Seuche wütet. Klaus-Peter Preußger wird die lebensprallen Erzählungen servieren.

Schließlich: das Kunstmuseum. Dort darf man auf den Lichtkünstler Laurenz Theinert gespannt sein. Er wird in Zusammenarbeit mit dem Heidenheimer Künstler und Musiker Günther Reger ein Lichtkonzert geben, bei dem der große Ausstellungssaal nach Farben und Tönen in Schwingungen versetzt werden soll.

So war die Heidenheimer Museumsnacht beim letzten Mal:

Eintrittskarten und ein Vesper


Eintrittskarten für die drei Nächte in drei Museen sind ausschließlich über die städtische Tourist-Information erhältlich, entweder online unter www.heidenheim.de/3mal3 oder unter Tel. 07321.327-7777. Zur Eintrittskarte hinzugebucht werden kann übrigens extra noch ein Museumstourvesper, das man dann an der ersten Station mit auf den Weg bekommt.