Die Welt wird ja bekanntlich immer kleiner. Deshalb muss inzwischen, wer nach Amazonien möchte, auch nicht mehr unbedingt nach Südamerika reisen. Man kann das mitlerweile in Heidenheim auch um die Ecke haben. Jedenfalls wenn’s nach Werner Radenbach geht. „Amazonien“ hat der – ebenso augenzwinkernd wie namenstechnisch naheliegend – eine Fotografie benannt, die im Umfeld eines ausgesprochen mächtig auf dem „Rinderberg“ erwachsenen Logistikzentrums entstanden ist.

„Facetten der Baukunst“ lautet der Titel einer Ausstellung, die ab Samstag in der Fotogalerie des Heidenheimer Pressehauses zu sehen sein wird, deren Bildwelt beileibe nicht allein auf Amazonien beschränkt bleibt. Es geht also um Architektur. Und es gibt Details und Einblicke, die, das darf man ruhig so behaupten, einen Zeitraum von knapp dreitausend Jahren im Blick haben. Bestritten wird die Schau von den Heidenheimer Lichtbildnern, und zwar mit überwiegend brandneuen Fotos.

Neuer Vereinsvorsitzender

Der Verein der Heidenheimer Lichtbildner ist in diesem Jahr übrigens 90 Jahre alt geworden. Und er hat einen neuen Vorsitzenden. Detlef Nerstheimer hat in diesem Amt Kurt Kuhn abgelöst, der nach fünfzehn Jahren an der Spitze altershalber auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.

Zehn Mitglieder halten die Fahne des altehrwürdigen Heidenheimer Fotoklubs hoch. Das mögen nicht viele sein. Dafür allerdings ist der Zusammenhalt enorm. Neunzig Prozent der Mitglieder erschienen jüngst zur Hauptversammlung. Und bei den vierzehntägigen Zusammenkünften donnerstags ab halb sieben im „Hirsch“ in Zang sind eigentlich nie weniger als siebzig Prozent der Mitglieder versammelt, wie Detlef Nerstheimer und Werner Radenbach in einer Mischung aus Selbstironie und berechtigtem Stolz anmerken.

Cloud statt Zang

In derselben aufgeräumten Art und Weise berichten die beiden Lichtbildner auch von der Tatsache, dass bei den Neuwahlen anlässlich der Hauptversammlung auch das in der Vereinssatzung vorgesehene Amt des Jugendbeauftragten nicht besetzt wurde. Sämtliche Mitglieder sind eben bereits in einem reiferen Alter. Was indes nicht bedeutet, dass man sich im Verein gegen Nachwuchs aus jüngeren Generationen sträuben würde. Ganz im Gegenteil.

Ebenso wenig verharrt man bei den Lichtbildnern aus Prinzip in der altvorderen Art oder wehrt sich gegen moderne Kommunikationswege. So pflegt man im Internet intensiv die eigene Homepage, traf man sich während des Corona-Lockdowns nicht in Zang, sondern, wenn man so will, in der Cloud, und hielt den Kontakt per Videoschaltung aufrecht. Gezwungenermaßen zunächst, aber am Ende beinahe schon routiniert und tatsächlich mitunter zu hundert Prozent vor den Bildschirmen versammelt.

In zehn Jahren 100

In zehn Jahren will der Verein mindestens so lebendig wie heute hundert Jahre alt werden. Und sich mit seiner Arbeit öffentlich präsentieren möchte man sich bis dahin auch nicht freiwillig weniger als in den vergangenen zehn Jahren. Einundzwanzig Ausstellungen haben die Lichtbildner in diesem Zeitraum bestritten; darunter die wohl auch längste der Vereinsgeschichte, als im Heidenheimer Wohnstift Hansegisreute von September 2020 bis Mai 2021 eine Schau des Vereins acht Monate lang an den Wänden hing, weil sie wegen des Corona-Lockdowns nicht abgebaut werden konnte.

Heimspiel für die Heidenheimer Lichtbildner Neue Fotos im Pressehaus: ein Pfau in Balkonien

Heidenheim

35 Bilder bis November


Die Ausstellung „Facetten der Baukunst“ mit 35 Fotografien der Mitglieder des Vereins Heidenheimer Lichtbildner wird von Samstag, 25. September, bis Freitag, 5. November, von Montag bis Freitag von 8 bis 14 Uhr und an Samstagen von 9.30 bis 13 Uhr in der Galerie des Pressehauses in Heidenheim zu sehen sein.