Heidenheim / Klaus Dammann Wenn man als einziger Mensch auf der Welt die Songs der Beatles kennt, könnte man Karriere machen, oder?

Jack Malik, ein junger Engländer mit indischen Wurzeln, bekommt in Danny Boyles Musikkomödie „Yesterday“ diese unerwartete Gelegenheit. Der erfolglose Musiker hat just zum Zeitpunkt eines wenige Sekunden dauernden globalen Blackouts einen Verkehrsunfall. Als er im Krankenhaus wieder aufwacht, hat er zwei Zähne verloren, die Menschheit aber alle Kenntnisse über die Beatles und ihre unsterblichen Lieder. Selbst ihre Schallplatten sind in diesem veränderten Universum nicht existent. Nur Jack erinnert sich noch an „Back in the USSR“, „Help“, „Let It Be“ und all die anderen Klassiker. Er ergreift die unmoralische, aber außergewöhnliche Chance und wird mit den Stücken von John, Paul, George und Ringo zum gefeierten Rockstar.

Himesh Patel spielt den der Versuchung erliegenden Musiker im mit seiner hinreißend originellen Grundidee glänzenden „Yesterday“. Die ethische Frage nimmt eine wesentliche Rolle ein, wird aber dahingehend beantwortet, dass es Jacks unbestreitbares Verdienst ist, der Welt etwas zu bewahren, von dem sie nichts mehr weiß. Trotz dieses Hintergrunds gelingt es Regisseur Boyle („Slumdog Millionär“) aber, die Geschichte locker und mit viel Witz zu inszenieren. Entscheidenden Anteil hat das exzellente Drehbuch von Komödienspezialist Richard Curtis („Tatsächlich Liebe“), das stets eine Liebeserklärung an die grandiosen Beatles-Songs umfasst. Bis auf das abschließende „Hey Jude“, das im Film beinahe ein „Hey Dude“ geworden wäre, stammen die starken Interpretationen von Hauptdarsteller Patel.

Mit dabei in diesem vergnüglichen Werk um Musik und Romantik sind Popstar Ed Sheeran als er selbst und die wunderbare Lily James als Jacks Managerin und Jugendfreundin.

„Yesterday“ reiht sich nahtlos in die aktuelle Erfolgswelle von Musikfilmen ein, die in jüngerer Zeit mit „Bohemian Rhapsody“, „Rocketman“ und „A Star Is Born“ einsetzte. Und wer vor einiger Zeit das bezaubernde „Can a Song Save Your Life?“ mit Keira Knightley sah, kann hier einen würdigen Nachfolger entdecken.

Capitol, ab 0

Außerdem neu im Kino

Kleiner Aladin und . . .

der Zauberteppich“: Ein dänischer Animationsfilm um einen Jungen aus einem Wüstendorf, der von einem Nachbarn einen fliegenden Teppich bekommt (Capitol, ab 0).

Das Ende der Wahrheit

In dem deutschen Thriller geht es um Machenschaften des Bundesnachrichtendiensts. Nach dem Tod einer Journalistin ermittelt deren Freund weiter (Kulturfilm im Kino-Center, ab 16).

Sehenswert

Spider-Man: Far From Home