Heidenheim / Klaus Dammann Das neue Marvel-Abenteuer „Spider-Man – Far From Home“ liefert einen starken Neustart nach dem epischen „Endgame“ der Avengers.

Gespannt konnte man sein, wie es weitergehen soll. Und Freunde des Filmuniversums der Marvel-Superhelden können sich freuen: Der erste Film nach dem teils tragischen Finale knüpft ausgezeichnet an den Mega-Kassenschlager an. „Spider-Man – Far From Home“ rückt den Netzeschwinger in den Mittelpunkt, erinnert in einer grandiosen Eröffnungsszene aber an die Verluste aus „Endgame“. Gleichzeitig wird das menschliche Dasein nach dem Blip gezeigt, also nach jenen fünf Jahren, in denen die Hälfte des Lebens im Kosmos durch das Fingerschnippen von Titan Thanos ausgelöscht war.

Sehr vergnüglich und witzig begleitet das kurzweilige und trickreiche Spektakel von Regisseur Jon Watts den schüchternen 16-jährigen High-School-Schüler Peter Parker (erneut sympathisch verkörpert von Tom Holland) bei seinem schizophrenen Alltag zwischen Unterricht im T-Shirt und Verbrechensbekämpfung im Spinnenkostüm. Einerseits macht ihm seine geheim gehaltene Liebe zu Mitschülerin MJ zu schaffen, andererseits die ihm zugedachte Rolle als neue Avengers-Keimzelle. Als der geheimnisvolle Mysterio (Jake Gyllenhaal) aus einer anderen irdischen Dimension auftaucht, um die Welt zu retten, ist er erleichtert. Doch so einfach läuft es nicht, wie Peter bei der Klassenfahrt nach Europa feststellen muss.

„Far From Home“ glänzt mit einem völlig anderen Stil als „Endgame“: leichthändig inszeniert, locker, unbeschwert – und mit dazu passendem Soundtrack. Raffiniert und einfallsreich bis ins Detail wird in der Story mit den Themen Fake News und Virtual Reality gespielt und ebenso herrlich mit den Klischees, die die Vorstellungen der Amerikaner von Old Europe prägen.

Ein sehr gelungenes Jahr eins nach dem Avengers-Ende, mit zwei in den Schlusstiteln versteckten Zusatzszenen.

3-D oder englische Fassung; Kino-Center, ab 12