Heidenheim / Kathrin Schuler In „Cleo“ zeigt Regisseur Erik Schmitt visuell originell die Suche einer jungen Frau nach sich selbst.

Nein, die Vergangenheit kann man nicht ändern. Das macht Erik Schmitt in „Cleo“ deutlich: Der Regisseur spürt in der deutschen Produktion der Seele Berlins nach – und präsentiert sie dem Zuschauer eigentlich schon zu Beginn.

Die Protagonistin Cleo (Marleen Lohse) wird quasi auf der Mauer während des Mauerfalls geboren und ist mit der Historie der Hauptstadt eng verbunden. In ihrer Fantasie erwachen die berühmten Persönlichkeiten der Hauptstadt zum Leben. Dabei präsentiert sich der Film als farbenprächtiges, visuell beeindruckendes Kunstwerk: Die Magie der Hauptstadt eben – nur kann die nicht jeder sehen.

Cleo aber schon. Doch als die Halbwaise bei einem Abenteuer auch noch ihren Vater durch die Explosion einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg verliert, verschließt sie sich vor dem Zauber. Und damit verliert auch der Film einen Großteil seiner visuellen Magie.

Die erwachsene Cleo ist von sozialen Ängsten geplagt, will keine Nähe zulassen und am liebsten die Zeit zurückdrehen. Eine kleine Uhr soll’s möglich machen  – und mit dem Auftauchen von Paul (Jeremy Mockridge) wird der Film zur Schatzsuche. Dabei geht es drunter und drüber: Cleo erkennt, dass es nie darum ging, die Vergangenheit zu ändern. Weder lässt sich ihre eigene Geschichte umschreiben noch die Historie der Hauptstadt verschütten, wie die Schatzsuche in den Tiefen des Teufelsbergs zeigt.

Die Figuren im Film wirken großteils wie nach einer Schablone gefertigt, alle sind eine Spur zu überdreht und natürlich gewinnt die Liebe zum Schluss. Trotzdem ist „Cleo“ sehenswert – nicht nur aufgrund seiner originellen visuellen Aufmachung, die immer wieder an ein aufgeklapptes Bilderbuch erinnert. Die Geschichte der jungen Frau, die lernt, ihr Herz zu öffnen, erzählt Drehbuchautor und Regisseur Erik Schmitt auf berührende Weise – ohne dass es kitschig wird.

Im Kino-Center, ab 6 Jahren