Vorhang auf! Auch der Theaterring zeigt nun wieder Flagge. Nach den Meisterkonzerten und der „Kulturschiene“, wird jetzt die dritte städtischerseits verantwortete Kulturreihe in Heidenheim wieder in Betrieb genommen. „Der Wunsch nach Kultur ist, das haben die ersten unserer Veranstaltungen gezeigt, riesengroß“, sagt Kuluramtsleiter Matthias Jochner. „Und ebenso groß ist unser Bestreben, wieder Kultur anzubieten. Wir wollen das Beste herausholen, was unter den gegebenen Umständen möglich ist.“

Die Umstände, wem sagt man das, sind Corona geschuldet. Und das Virus war sogar nahe daran, den Spielzeitbeginn in Sachen Theaterring-Saison zu verderben. Denn ausgerechnet die erste Vorstellung der Saison, die Komödie „Patrick 1,5“, musste aus dem Programm genommen werden, da einer der Darsteller an Corona erkrankt ist.

Komödie für Komödie

Ein Fall für Oliver von Fürich, den Leiter des Festspielbetriebes der Stadt, der in Windeseile Ersatz beschaffen und die „Münchner Tournee“ nach Heidenheim umleiten konnte. „Die haben ihren an sich freien Tag gestrichen und werden an diesem nun aus Elmshorn herunter zu uns fahren, damit wir den Saisonbeginn am Donnerstag, 22. Oktober, halten können“, sagt von Fürich. Auf dem Programm wird dann, wie ohnehin vorgesehen, eine Komödie stehen: „Ungeheuer heiß“ von Lars und Krister Classon. Los geht’s im Konzerthaus um 19.30 Uhr.

Karten sind rar

Apropos Konzerthaus: Dort werden unter Corona-Bedingungen gerade mal noch 149 Besucher Platz finden. Da bereits 120 Plätze von Abonnenten besetzt sind, gelangen also nur noch 29 Eintrittskarten in den freien Verkauf. Für die zwei Vorstellungen der Spielzeit, die in der Waldorfschule gespielt werden, kommen jeweils 50 Karten in den freien Verkauf, da im dortigen Festsaal immerhin 170 Besucher erlaubt sind. Karten sind also durchaus rar.

Die Anzahl der Abonnenten ist übrigens stabil geblieben. „Und wir sind den Abonnenten enorm dankbar dafür, dass sie sich so willig auf die geänderten Geschäftsbedingungen eingelassen haben. Denn dass jemand auf seinen speziellen Platz verzichtet, der ja gewissermaßen das Argument Nummer eins für ein Abonnement darstellt, das wäre vor ein paar Monaten noch undenkbar gewesen“, sagt Matthias Jochner. Und fügt hinzu: „Das zeigt aber auch nur noch einmal, wie groß in der Tat der Hunger nach Kultur ist. Und wir haben in vielen Gesprächen mit unseren Abonnenten ebenso dankbar feststellen dürfen, wie hoch es uns angerechnet wird, dass wir etwas dafür tun, dass Kultur auch wieder möglich wird.“

Die zweite Vorstellung der Saison wird am Donnerstag, 10. Dezember, im Festsaal der Waldorfschule über die Bühne gehen. Dort wird ab 19.30 Uhr dann die Württembergische Landesbühne Esslingen „Der Vorleser“ präsentieren, ein Theaterstück auf der Grundlage von Bernhard Schlinks gleichnamigem großen Roman. „Der Vorleser“ ersetzt die ursprünglich für den 24. November vorgesehene Aufführung von „Oskar Schindlers Liste“, die ebenfalls corona-bedingt nicht zustandekommen wird.

Das Ohnsorg-Theater kommt

Fehlen noch vier weitere Vorstellungen, die allesamt erst im Jahr 2021 auf dem Spielplan stehen: „Seite eins“, ein Theaterstück für einen Mann (Ingolf Lück) und ein Smartphone, am Donnerstag, 25. Februar, im Konzerthaus, „Wir sind die Neuen“, ein Stück zum Thema Generationenkonflikt, am Sonntag, 14. März, im Konzerthaus, und Heinrich von Kleists Klassiker „Der zerbrochene Krug“ am Mittwoch, 12. Mai.

Fehlt noch eine. Und es wird mit Sicherheit auf ein nochmal gesteigertes Interesse stoßen, wenn am Dienstag, 27. April, das Ohnsorg-Theater aus Hamburg in Heidenheims Waldorfschule mit „Tratsch im Treppenhaus“ sein Paradestück schlechthin präsentieren wird. In der Hauptrolle wird dann Heidi Mahler zu erleben sein.

Der Vorverkauf hat begonnen


Eintrittskarten für die Vorstellungen des Theaterrings sind im Vorverkauf im Ticketshop des Pressehauses in Heidenheim, in allen HZ-Geschäftsstellen im Landkreis und online unter ticketshop.hz.de erhältlich.