Zum Inhalt: Alexander Bojcan ist 47 Jahre alt, alleinerziehender Vater, trockener Alkoholiker und war jahrelang unerkannt depressiv. Im vorliegenden schonungslos offenen Bericht erzählt der Autor über Tage, die er nur im Bett verbrachte, der Körper erschöpft, wie gelähmt, der Geist jedoch überaktiv in katastrophierenden Gedankenspiralen gefangen. Wie er es trotz allem schaffte, seine Rolle als Vater und Künstler nach außen zu spielen. Anschaulich beschreibt er seine Versagensängste und den zersetzenden Selbsthass. Dann endlich die Diagnose Depression, die ihn zum Handeln zwang. Er schildert den mühsamen Weg, sich im Dschungel unseres Gesundheitswesens Hilfe zu holen. Schließlich die rettende Entscheidung, sich in eine psychosomatische Klinik zu begeben.

Mein Fazit: Ein wichtiges, eindrucksvolles Buch, das trotz der Schwere des Themas auch Leichtigkeit und Optimismus verströmt. Ein hoffnungsvolles, mutiges Buch, dem kleine sprachliche Schwächen und Derbheiten gerne verziehen werden. Hier wird erschreckend deutlich, wie stigmatisiert Menschen mit psychischen Erkrankungen hierzulande immer noch sind und wie überlaufen und schwer zugänglich die wenigen Hilfsangebote. Andererseits lernt man, dass es eine Chance für Heilung gibt. Dass es sich lohnt für sich zu kämpfen. Dieses Buch zeigt, wie wertvoll das Leben ist! Mit hilfreichen Adressen und Links für Betroffene und deren Angehörigen im Anhang. Auszuleihen in der Steinheimer Ortsbibliothek und vielen anderen Bibliotheken oder im Buchhandel für 20 Euro zu erwerben.