Coronavirus, Covid-19, Abstandsregel, Lockdown. Begrifflichkeiten, die für jeden nach dem Jahr 2020 keine Fremdwörter mehr sind. Mit der Pandemie geht hingegen jeder ein wenig anders um. Der Waldstetter Timo Lämmerhirt hat sich dazu entschieden, das bislang Erlebte in Buchform zu verarbeiten. „Meine Superhelden gegen Corona – Ein Vierteljahr aus dem Leben eines Redakteurs“ lautet das Erstlingswerk des 39-Jährigen.

„Grundsätzlich unterscheidet sich meine Corona-Erfahrung als Journalist nicht von der, die Menschen in anderen Berufen haben“, meint Lämmerhirt. Und doch bekomme man als Journalist wesentlich konkretere Einblicke in verschiedene Bereiche des Lebens, so Lämmerhirt, der seit rund zehn Jahren als Redakteur bei diversen Tageszeitungen arbeitet und zusätzlich freier Mitarbeiter bei diversen Magazinen ist.

Gemalte Superhelden wurden zu echten Superhelden

Und weil Journalisten ihre Arbeit manchmal nicht in der Redaktion lassen können, und sie stattdessen mit nach Hause nehmen, verwebt Lämmerhirts Buch oftmals seine privaten mit seinen beruflichen Erlebnissen. Als die Tochter des Redakteurs beispielsweise irgendwann nicht mehr in den Kindergarten durfte, verbrachten die beiden den Morgen regelmäßig zusammen und spielten.

Daraus entstand übrigens der Titel des Buchs: Als Superhelden-Fan der ersten Stunde malte Lämmerhirt ebenjene Comic-Figuren zusammen mit seiner Tochter. Vormittags Malstunde, nachmittags Schreibstunde, also Pressetermine mit Unternehmern, Schulleitern, Kommunalpolitikern und dergleichen.

Das Surreale festhalten und verarbeiten

All diese Begegnungen zu dieser Zeit, Lämmerhirts privates Umfeld, die Buchstaben, Worte und schließlich die Sätze – sie alle wurden zu Lämmerhirts „Superhelden“. „‚Meine Superhelden gegen Corona’ hört sich doch auch viel cooler an als Therapie, oder?“ wirft er lachend in den Raum. Und genau darum geht es Lämmerhirt: Das Surreale der vergangenen Monate festhalten und vielleicht auch ein Stück weit verarbeiten.

Leider, so scheint es, wird das Leben mit dem zweiten Lockdown an der Türschwelle so schnell nicht weniger surreal. Ein Wermutstropfen: Für Lämmerhirt bleibt damit genug Stoff für ein zweites Buch. Denn ein solches möchte er nicht ausschließen.