Vom Bilderbuch- zum Medienstar - Lieselotte hat im wahrsten Sinne des Wortes eine Bilderbuchkarriere hingelegt, von der andere Kühe nur träumen können. Mama Muh aus Schweden ist die einzige, die es auch so weit gebracht hat. Dabei fing 2006 alles ganz harmlos an als Heldin in der Geschichte „Lieselotte lauert“. Heute ist Lieselotte auch ein erfolgreicher Fernsehstar mit einer eigenen TV-Serie und eigener Homepage. Und wie es sich als VIP gehört gibt es natürlich auch Fanartikel vom Schlüsselanhänger über Zauberhandtücher bis hin zur Fahrradhupe. Dass Lieselotte der Ruhm nicht zu Kopf steigt und sie die nette Kuh von nebenan bleibt dafür sorgt ihr bester Freund und Erfinder Alexander Steffensmeier, der am Dienstag Nachmittag in der Heidenheimer Stadtbibliothek zu Gast war und die Heidenheimer Fans aufs Beste unterhielt.

Lesung mit Bildern

Der in Münster lebende Illustrator erzählte und las sein erstes Abenteuer mit Kuh Lieselotte vor, immer begleitet von den ausdrucksstarken Bildern auf Großleinwand. Erstaunlich, welch verschiedene Gesichtsausdrücke die Tiere des Bauernhofs haben können. Steffensmeier spielt mit Klischees und läßt statt des Hundes die Kuh Lieselotte dem Postboten auflauern und im gestreckten Galopp vom Hof verjagen.

Nicht nur Kinder hatten ihren Spaß

Seine Bilder sprechen Bände. Lautes Gelächter hallte immer wieder durch den Saal, sei es durch den Blick auf Lieselottes Verstecke oder auf die Alpträume des Postboten von Kühen. Nicht nur Kinder hatten ihren Spaß an der Bilder- und Geschichtenwelt des Alexander Steffensmeier, auch die Erwachsenen amüsierten sich prächtig. Sein augenzwinkernder Humor zieht sich durch alle Stories, egal ob Lieselotte Urlaub macht, ein Paket sucht oder Langeweile hat. Und er findet sich auch in Details wieder, seien es die vielen Hühner, die immer allerhand Blödsinn machen bis hin zu sich im Baum versteckenden Hunden und Schallplatten als Dartscheiben. Kein Wunder, dass Lieselotte auch in Spanien, Israel, England, China und Polen, wo Lieselotte Mathilda heißt, bekannt ist. Der sympathische Illustrator kommunizierte mit den Kindern, sie suchten kaputte Gegenstände auf und um den Esstisch der Bäuerin, erfragte, was im Paket für Lieselotte sein könnte und ließ die Kinder raten, was er auf der Flipchart zeichnete. Aus zwei Kreisen konnte er die Kuh Lieselotte, den Postboten oder den Hobbydetektiv Sherlock Schwein entstehen lassen und ein Dreieck bildete das Grundgerüst für seine nicht minder beliebten frechen Hühner. Steffensmeier plauderte aus dem Nähkästchen und erzählte, dass er als Vorbild den Bauernhof seines Onkels gewählt hatte, auf dem er als Kind oft zu Besuch war. Und tatsächlich, verglich man das Foto des Gehöfts mit seinem gemalten Bilderbuch-Hof war die Ähnlichkeit frappierend. Zum Schluss stellte er sein neuestes Bilderbuch „Ein Platz nur für Lieselotte“ vor, in dem die Kuh sich im Holunderbusch einen Platz zum chillen einrichten möchte, aber die anderen Tiere ihr einen Strich durch die Rechnung machen, und das natürlich wieder mit viel Spaß für die Betrachter. Steffensmeier ließ es sich nicht nehmen, in jedes Buch, dass er im Anschluss signierte, seine charismatische Kuh Lieselotte zu verewigen. Kein Wunder, dass das sympathische und unterhaltsame Duo so ein Dreamteam ist, ganz ohne Starallüren.