Nicht gesucht, aber doch gefunden. Ein wenig trifft dieser Spruch wohl auch auf Wolfgang Günter und Hans Blickle zu. Seit über 30 Jahren bereist Günter regelmäßig Tibet und die Regionen des Himalaya. Immer wieder organisiert er Reisegruppen dorthin. Zum ersten Mal nimmt Blickle an einer von ihnen im Jahr 2010 teil. Schnell merken beide, dass sie nicht nur eine Leidenschaft für den Himalaya teilen, sondern auch für Fotografie. Das Ergebnis ihrer fruchtbaren Zusammenarbeit, nämlich zahlreiche Fotografien von ihren Reisen, gibt es ab Montag, 2. Januar in der Galerie des Pressehauses in Heidenheim zu sehen.

Wolfgang Günter (links) und Hans Blickle im Heidenheimer Pressehaus.
Wolfgang Günter (links) und Hans Blickle im Heidenheimer Pressehaus.
© Foto: Markus Brandhuber

Hier, in Heidenheim, lebt Wolfgang Günter seit einigen Jahren, auch wenn er seinen langjährigen Wohnsitz im Allgäu nicht ganz loslassen kann. Sein Herz, das kann man wohl so sagen, ist jedoch in Tibet beheimatet. 1988 kommt er in einer politisch höchst unruhigen Zeit als einer der ersten Touristen nach Lhasa. Unruhe hin oder her – das Gebirge des Himalaya sowie seine Menschen und ihre Kultur lassen ihn nicht mehr los. Auf seinen Reisen entstehen zahlreiche Fotoreihen, die er im selbst gegründeten Yeti-Verlag über Bücher und Kalender vertreibt. Und über Kochbücher. Zumindest ein Kochbuch. Und auch hier kommt Hans Blickle ins Spiel.

Der Herbrechtinger steuert nicht nur seine eigenen Bilder zu „Die Küche des Himalaya“ bei, er ist zudem für das Layout des Buches verantwortlich. Und nun, das nächste gemeinsame Projekt: eine Ausstellung. Die Werke der beiden Hobby-Fotografen werden in den kommenden Wochen die Wände des Pressehauses zieren. Natur, Bauwerke, Menschen und mehr sind darauf zu sehen. Eine große Auswahl – und dennoch haben die beiden Lieblingsmotive.

Heiliger Berg darf nicht bestiegen werden

„Mir gefällt das Foto mit dem Laster besonders gut. Er transportiert Pilger, die sich auf den Weg zum Kailash machen. Er ist das höchste Ziel jedes Buddhisten“, erklärt Wolfgang Günter. Kailash gilt den Tibetern als heiliger Berg. Er darf nicht bestiegen werden. „Die vier wichtigsten Flüsse des südasiatischen Raums entspringen dort“, wie Hans Blickle ergänzt. Eines seiner fotografischen Highlights stellt die Tempel- und Klosteranlage Thiksey dar. „Heute leben dort ein paar Hundert Mönche. Der Tempel hat einen gewissen Universitäts-Charakter und ist fester Teil des dortigen Bildungssystems.“

Wolfgang Günter bereist die Region nicht nur seit Jahrzehnten, er unterstützt sie auch seit langem finanziell. Der Erlös seiner Film- und Diavorträge, seiner Kalender und Bücher geht an humanitäre Hilfsprojekte. Hier setzt sich Günter vor allem für körperbehinderte Kinder in Ladakh ein, denen er sich als Ergotherapeut ganz besonders verbunden fühlt.

Lesung über Himalaya-Küche in der „Halben Treppe“


Die Himalaya-Ausstellung von Wolfgang Günter und Hans Blickle kann man im Heidenheimer Pressehaus ab Montag, 2. Januar, betrachten.

Unter dem Titel „Was im Himalaya auf den Tisch kommt“ findet am Freitag, 20. Januar, eine Multi-Media-Lesung mit Wolfgang Günter in der Heidenheimer Kulturbühne „Halbe Treppe“ statt. Beginn ist um 20 Uhr, Platzreservierungen für die kostenlose Veranstaltung sind unter kleinkunst@kulturbuehne-halbe-treppe.de möglich.