Leute in schönen Kleidern, aber mit leeren Gesichtern – solche Menschen interessieren Martin Sattler nicht. Für den Hobby-Fotografen stehen einfache Menschen, die einfache Tätigkeiten verrichten, im Mittelpunkt. Er sucht sie unter anderem in Australien, Südamerika, Israel, in der Türkei – und in Bangladesch. Fotografien von seiner Reise in den südasiatischen Staat stellt Sattler ab Freitag, 3. Januar, im Pressehaus in Heidenheim aus.

Martin Sattler fotografiert die Menschen Bangladeschs und zeigt deren Lebenswirklichkeit.
Martin Sattler fotografiert die Menschen Bangladeschs und zeigt deren Lebenswirklichkeit.
© Foto: Martin Sattler

Bangladesch ist Sattler, Jahrgang 1950, nicht unbekannt. Im vergangenen Dezember flog er bereits zum dritten Mal in die Volksrepublik. „Dort leben sehr herzliche Menschen“, findet Sattler. Herzliche Menschen, die laut dem ehemaligen Realschullehrer in einem Land mit vielen Problemen leben, darunter eine stark wachsende Bevölkerung, Korruption, Kinderarbeit und Armut. „Die Menschen verrichten oftmals sehr gefährliche Jobs für gerade mal ein Taschengeld.“ So habe er Bengalis beobachtet, die Metallgießer-Arbeiten verrichten und dabei lediglich Flip-Flops an den Füßen tragen.

Aus der Ferne mit dem Teleobjektiv

Viele seiner Fotos stellen alltägliche Arbeitssituationen dar. Nicht wenige von ihnen hat Sattler aus der Ferne mit dem Teleobjektiv fotografiert. „Da sind die Leute in Aktion, da wirkt das Ganze nicht so gestellt.“ Natürlich fotografiert er die Menschen Bangladeschs auch aus der Nähe, „wenn ich allerdings sehe, dass die das nicht wollen, gehe ich weiter“.

Martin Sattler fotografiert die Menschen Bangladeschs und zeigt deren Lebenswirklichkeit.
Martin Sattler fotografiert die Menschen Bangladeschs und zeigt deren Lebenswirklichkeit.
© Foto: Martin Sattler

Sattler deutet auf eines seiner Lieblingsmotive, ein kleines Mädchen, das in den Straßen Seil springt. Viele Dörfer wie jenes, in dem dieses Mädchen wohnt, sind durch den ansteigenden Meeresspiegel erodiert worden. Ein Kind, das sich in einer solchen Situation trotzdem ausbreiten und einfach nur Kind sein könne, das habe Sattler fasziniert.

Erhabenheit im Slum

Ein anderes Motiv zeigt einen älteren Mann, gekleidet in einen rot-weißen Turban. Er lebe in einem Slum, berichtet Sattler, und doch habe der Mann eine beeindruckende Erhabenheit ausgestrahlt. „Armut ist malerisch“, findet der Hobby-Fotograf. Mit der Ausstellung wolle er Aufmerksamkeit auf die Probleme des Staates lenken.

Eines ist sicher: Bangladesch wird nicht die letzte Station im Reiseplan von Martin Sattler sein. Unter anderem steht Äthiopien auf seiner Liste. „Als Rentner hat man halt Zeit“, sagt Sattler augenzwinkernd. Zunächst widmet sich der Hobby-Fotograf aber seiner Ausstellung im Pressehaus in Heidenheim. Zu der soll es im Übrigen eine Art Vernissage geben: Am heutigen Samstag, 4. Januar, wird Martin Sattler im Pressehaus anwesend sein.

Zur Person


Martin Sattler wurde 1950 in Leonberg geboren. Nach jahrelangen Tätigkeiten als Bankkaufmann, Gabelstaplerfahrer und Schienenarbeiter in Australien studierte er Geographie und Mathematik auf Lehramt. Anschließend unterrichtete er 33 Jahre lang an der Robert-Bosch-Realschule in Giengen, bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2014.