Kirchenmusikdirektorin Dörte Maria Packeiser eröffnete in der Zanger Dorfkirche die Veranstaltungsserie des diesjährigen Musiksommers mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge h-moll, einem Werk geprägt von Vollkommenheit und einer erstrangigen formalen Ausgestaltung. Dieses späte Leipziger Orgelwerk spiegelte den jahrzehntelangen Umgang der Bachschen Orgelkultur wieder. Vor allem das herrliche Präludium stellte an die Interpretin außerordentliche musikalische Ansprüche, wobei Dörte Packeiser eine sehr angemessene und gelungene Wiedergabe dieses vielschichten Stücks gelang.

Orgelgeschichte vermittelt

Die Besonderheit des Konzerts lag aber auch in der Geschichte der mehrfach veränderten Zanger Orgel, die die Kirchenmusikdirektorin in anschaulicher Weise präsentierte. Über die Disposition, also die verschiedenen Klangfarben, erhielt das Publikum sehr schöne und bildhafte Erklärungen, über die Pfeifen und aus welchem Material diese zusammengesetzt sind. Rundum eine sehr transparente Orgelkunde und Registervorführung.

Ein Hörgenuss war die nachfolgende „Chaconne d-moll“, 1982 von Helmut Bornefeld für Orgel eingerichtet. Es entwickelten sich interessante Darstellungsmomente – das Bassthema tritt als ein Lamento-Bass auf, Diatonik und Chromatik stehen sich genau gegenüber wie Moll und Dur, Akkordbrechungen und Skalenbewegungen. Bravourös gelang Dörte Maria Packeiser eine passende Wiedergabe auf der Königin der Instrumente. Eine echte Herausforderung hatte sich Dörte Packeiser mit dem Choral a-Moll von César Frank vorgenommen. Dabei konnte die Orgel unter der sachkundigen Registrierung der Organistin alle ihre romanisch eingebauten Facetten zu Gehör bringen.

Fazit: Ein vielversprechender Auftakt für den „Königsbronner Musiksommer 2022“, der unter dem Motto „Musica viva“ steht. Am 3. Juli um 16 Uhr wird auf dem Vorplatz des Königsbronner Rathauses die Pop-up-Oper „Nau bens hald i“ über das Leben und Wirken von Georg Elser über die Bühne gehen, am 7. Juli gastiert die Sinfonietta Oberkochen-Königsbronn ab 19 Uhr in der Hammerschmiede.