Furioser hätte das Finale von „Sommer im Park“ kaum ausfallen können – ein Finale mit Pauken und Trompeten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: „Erpfenbrass“ war am Sonntag angesagt, und wer die Musiker aus Gerstetten und Großkuchen kennt, der weiß, dass ein munteres Durchwechseln der verschiedenen Blasinstrumente Teil des Programms ist. Tuba, Posaune, Trompete, flankiert von Gitarre, Bass und natürlich Schlagzeug. Und der weiß auch, dass da die pure Lebensfreude von der Bühne ausgeht, nicht nur das: Spielfreude, Lust an der Interaktion mit dem Publikum und dieser jungenhafte Witz, der in schönster Unschuld präsentiert wird. Das allein hätte schon dafür gesorgt, dass das Konzert zum puren Fest für das Publikum wird.

Enorm virtuos

Und zusätzlich zu all diesen Zutaten kommt noch ein ganz entscheidender Faktor: die enorme Virtuosität, die allen Bandmitgliedern zu eigen ist und die auch an diesem Sonntag abermals bewundert werden konnte. Und die zündete wie eh und je, auch wenn das Publikum nun notgedrungen eineinhalb Jahre auf den typischen „Erpfenbrass“-Sound verzichten musste. Schon mit der ersten Nummer, der „Geschichte vom Pferd“ aus der Feder von Bassist Andreas Schmid, dem Komponisten der Band, hatte „Erpfenbrass“ sein Publikum sofort erobert: Leicht und lässig kam das daher, sowohl in Text als auch in Musik, dass man ob dieser Lässigkeit schon mal vergessen konnte, welche Mühe und Arbeit in Komposition und Interpretation stecken.

Spaß an der Freud

Das gilt für „Erpfenbrass“ auch ganz allgemein: Da kommt eine solche Menge an Spaß an der Freud rüber, dass „Arbeit“ sicherlich nicht das erste Stichwort ist, das einem in den Sinn kommt bei dieser Blasmusik mit der besonderen Erpfennote, die wohl nur von ihnen so in diesem Stil serviert werden kann. Ob das nun Eigenkompositionen waren, der Oldie „Sunny“ oder Latino-Sound bei „Brass Banda“, das „Original Weizen-Solo“, im Brenzpark aufgrund der Sorte Bühnengetränk zu „Original-Wasser-Solo“ umfunktioniert, oder auch die rustikalen Töne wie in der berühmten „Vogelwiese“ – das Publikum sog all das genüsslich ein, ließ Sonnenschein und Sound auf sich regnen und bekam sogar noch Komplimente: „Wunderbar, dass so viele da sind und dass ihr so toll mitmacht“, hieß es von den Musikern.

Einheit Publikum und Band

Denn das war es wirklich: ein gegenseitiges Anfeuern und Inspirieren, ein Geben und Nehmen, Publikum und Band verschmolz zu einer Einheit, einer glücklichen noch dazu. Jan und Sebastian Jäger, Andreas Schmid und Schlagzeuger Markus Ambrosi hatten heute als Trompeter Christian Grässlin aus dem Allgäu mit dabei, und der verblüffte ebenso mit atemberaubend schnellen Läufen wie die Jäger-Brüder. Das geht eben nur, wenn man sein Instrument wirklich beherrscht. Und das können sie nun wirklich alle, die Erpfenbrasser, das konnte das Publikum bei vielen begeisternden Soli feststellen. Und was darf bei einem Auftritt von ihnen nicht fehlen? Richtig, „Zirkus Renz“, und auch den servierte Sebastian Jäger mit einem solchen Tempo und fast schon zirkusreifen Akrobatikeinlagen am Xylophon, dass das Publikum die Jungs nicht gehen lassen wollte.

Prächtiges Finale

Wie gesagt: Einen besseren Schlusspunkt hätte „Sommer im Park“ kaum haben können. Das war nicht nur ein Finale, das jetzt schon Lust auf den nächsten Sommer im Park machte. Nahezu 600 Besucher ließen sich das Schmankerl zum Schluss nicht entgehen – und damit wurde die Reihe auch noch mit einem Rekord belohnt. So viele Besucher hatte keines der 22 Konzerte in diesem Jahr.