Eine Heidenheimer Autorin auf der „Spiegel“-Bestsellerliste? Da war doch was, oder? Genau: Lily S. Morgan. Und „City of Burning Wings“. Das ist der Titel des Buches, mit dem die gebürtige Heidenheimerin im vergangenen Herbst so richtig kräftig durchstartete. Inzwischen liegt bereits die dritte Auflage des Fantasy-Bestsellers in den Buchläden. Und einen Literaturpreis gab’s ebenfalls. Doch davon gleich mehr, denn das im Moment Allerwichtigste ist zunächst einmal: Am Freitag, 23. September, wird Lily S. Morgan im Pressehaus in Heidenheim zu erleben sein. Die Autorenlesung mit ihr beginnt dann um 19 Uhr.

Bei der Gelegenheit wird Lily S. Morgan gleich als frisch preisgekrönte Autorin vor das Publikum treten. Denn just am vergangenen Samstag nahm sie für „City of Burning Wings“ den sächsischen Buchsommer-Preis 2022 entgegen, wobei sich Lily S. Morgans Roman, wie das sächsische Kulturministerium und der Bibliotheksverband Sachsen verlautbarten, „eindeutig“ gegen neun weitere nominierte Titel durchgesetzt hat. Überreicht wurde der Preis Lily S. Morgan übrigens passenderweise in Döbeln, Heidenheims sächsischer Partnerstadt.

Ein Jahr, drei Auflagen

Mit dem „Buchsommer“ für Elf- bis Sechzehnjährige, so viel noch dazu, wird seit 2012 jeweils in den Sommerferien das Lesen in öffentlichen Bibliotheken Sachsens gefördert. Dabei können die Kinder und Jugendlichen seit 2018 auch ihre Favoriten wählen. Dass die absolute Oberfavoritin heuer Lily S. Morgan hieß, freut die Autorin umso mehr, „weil ja tatsächlich die Zielgruppe des Buches abgestimmt hat“.

Die Autorenlesung im Pressehaus wird übrigens auf den Tag genau ein Jahr nach dem spektakulären Erscheinen von „City of Burning Wings“ über die Bühne gehen. Und in diesem Jahr ist doch einiges passiert, obwohl Corona die Erfolgsgeschichte des Buches und der Autorin insofern ein wenig trübte, als dass Lily S. Morgan nicht so häufig und nicht so hautnah mit ihrem Publikum zusammentreffen konnte, wie sie das gewünscht hätte und wie das sonst auch normal gewesen wäre.

Fanandrang Frankfurt

Immerhin: zwei unter Coronabedingungen ausverkaufte Lesungen in Stuttgart und Hamburg waren möglich – und eine auch auf der Uhr so lange veranschlagte Signierstunde im Rahmen der Frankfurter Buchmesse, die Lily S. Morgan aufgrund des Fanandrangs gleich um eine halbe Stunde verlängern musste. In New York war die Heidenheimer Autorin in diesem Frühjahr auch noch. Zu Recherchezwecken. Denn ihr zweites Buch, an dem sie im Moment noch schreibt und das im Herbst 2023 erscheinen wird, spielt in New York.

„City of Burning Wings“ dagegen spielt in einem Königreich mit Namen Elydor, einer über dem Meer schwebenden Stadt, deren Bewohner Flügel haben und auch fliegen können. Eigentlich. Denn es gibt einige wenige Elydorer, die ohne Flügel zur Welt kommen, was als böses Omen gilt. Doch ausgerechnet einen dieser Außenseiter hat der alte König zu seinem Nachfolger bestimmt. Und ausgerechnet dem muss die Aschekriegerin May, die eigentlich davon ausgegangen war, Königin zu werden, nun helfen, weil Elydor nicht nur über dem Meer schwebt, sondern auch in großer Gefahr. Und Action beinhaltet die Geschichte deshalb genauso wie eine Romanze. „Es geht auch ums Anderssein“, sagt Lily S. Morgan.

Die Buch-Influencerin

Erschienen ist „City of Burning Wings“ im Carlsen-Verlag. Und dies wiederum ist schon eine Pointe an sich. Denn Carlsen ist die deutsche Heimat von „Harry Potter“. Und ohne J. K. Rowlings Welterfolg wiederum wäre Lily S. Morgan womöglich gar nicht zum Schreiben gekommen. Bis sie nämlich „Harry Potter“ entdeckte, hat sie eigentlich ja nicht einmal gelesen. „Als Kind jedenfalls fand ich lesen schrecklich“, erzählt die Autorin. Dabei hat sie eigentlich gern zugehört, wenn ihre Eltern ihr vorlasen. „Aber selber lesen wollte ich partout nicht. Man konnte mich mit Bücher jagen. Jeder Satz war ein Kampf und jede Seite eine Qual.“ Bis sie dann mit neun Jahren „Harry Potter“ geschenkt bekam und, wie sie das zunächst empfand, „lesen musste“.

Irgendwann erschuf sich Lily S. Morgan in ihrer Phantasie eigene Welten. Eigene Welten mit eigenen Geschichten. Und es dauerte wiederum nicht lange, bis sie diese Geschichten aufschrieb. Gleichzeitig träumte sie davon, selber Bücher zu schreiben, unter einem Pseudonym, das sie sich dafür schon mal zulegte: Lily S. Morgan. „Aber ich habe mich nie getraut, mit meinen Geschichten bei Verlagen anzuklopfen.“ Stattdessen wurde sie Buchbloggerin. Auf Instagram, wo sie anderen Menschen Bücher vorstellte oder empfahl, die sie gelesen hatte und so innerhalb von sechs Jahren zur einer der reichweitenstärksten deutschsprachigen Buch-Influencerin wurde. Ihr Account @lilys.wortwelt hat fast 50.000 Follower.

Als sie dort einmal ein Manuskript von sich selber erwähnte, klopfte plötzlich der Carlsen-Verlag aus Hamburg bei Lily S. Morgan an. Und so kam eins zum anderen – und Lily S. Morgan auf die Bestsellerliste.

Signierstunde inklusive


Die Autorenlesung mit Lily S. Morgan im Pressehaus in Heidenheim beginnt am Freitag, 23. September, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Autorin wird in Heidenheim auch Bücher signieren.