Ein volles Haus, eine Musik, die auf Zustimmung stößt und mit reichlichem Beifall belohnt wird, das ist der Traum eines jeden Interpreten. Für die 160 Musiker, die sich nach pandemiebedingter Pause jetzt beim 36. Albkonzert auf dem Podium in der Heldenfinger Kliffhalle präsentierten, ging dieser Traum in Erfüllung. Der Zuspruch war riesengroß. 380 Eintrittskarten gingen über den Tresen. Um der Enge vorzubeugen, war für den Hausmeister Konzertbestuhlung angesagt.

Heldenfingens Auftritt

In vier Vereinen wird auf der Gerstetter Alb seit Jahrzehnten schon mit dem Medium Blech und Holz die Blasmusik gepflegt und mit ihr, wie Bürgermeister Roland Polaschek in seinem Grußwort unterstrich, für Frohsinn und Entspannung gesorgt. Der Musikverein Heldenfingen war Gastgeber, wurde dem gerecht und eröffnete das Konzert mit dem aufmunternden „Adventure“, dem sonor klingenden „Hallelujah“ und „Aladin“, in dem vor allem die Holzbläser zur Geltung kamen. Adam Peller moderierte und Philip Gröber führte das Ensemble nach konsequenter Probenarbeit mit sicherer Hand durch den Heldenfinger Programmblock.

Der Gerstetter Musikverein

Fast zu klein geraten war die Bühne für den Musikverein Gerstetten, der mit seinen 58 Interpreten einen ganzen Wald an Instrumenten aufbieten konnte. Jan Jäger zählt man unter den Musikern zu den Profis. Musikschulleiter in Steinheim, Dirigent des Musikvereins Steinheim und unter dem Signum „Erpfenprass“ kein Unbekannter. Er schöpfte beim MV Gerstetten die ganze Palette der Möglichkeiten aus und überzeugte mit seinem Ensemble in „Phoenix Ascending“ und der in drei Sätzen aufgebauten „Mission to Drums“ mit Einsatz und hoher Spielfreude. Der Rhythmus ist dabei König, Puste und Stimmlippen machen mit und die Freude am Umsetzen der musikalischen Ideen schwappte auch aufs Publikum über.

Dettingens Einsatz

In der Pause schmeckte das Bier und die Debatte über die Prägekraft der Dirigenten. Die gibt auch beim Musikverein Dettingen seit Jahren schon den Ton an. Marcus Köberle konnte 20 Jahre Bühnenpräsenz bei den Albkonzerten feiern, wurde vom Vorsitzenden Manfred Zimmermann hierfür gewürdigt und ist ein Freund der volkstümlichen Blasmusik. Er kultiviert sie und startete „Mit vollen Segeln“ in den Dettinger Programm-Part.

„König der Löwen“ ist eine beliebte Marschkomposition. Im Deutschrock-Medley konnte Dettingen mit den Solisten Greta Brenneis und Ulrich Kramer zwei Gesangssolisten ans Mikrophon bitten, die das Medley mit sängerischer Eleganz bereicherten.

Gussenstadt auf der Bühne

Der MV Gussenstadt hat mit Manuel Sommer einen Dirigenten vom Fach gewinnen können. Er dient in einem Musikkorps und präsentierte mit „Danubia“ einen klar strukturierten Militärmarsch. „Ross Ray“ stammt aus der Feder von Jacob de Haen und beschreibt die Schulzeit des Komponisten. Der „Schwäbische Jura“ erlebte ein Debüt. Das Ensemble-Mitglied Lars Bischof hat ihn in Töne umgesetzt und beschreibt mit dem Mittel der Lautmalerei die Albheimat des Komponisten. Manuel Sommer setzte das Werk um und ließ Bischof hochleben.

Einen weiteren Beweis ihres Könnens lieferte Gussenstadt mit „How to Train“. Die Kapelle ging auf Drachenjagd und schickte in dieser Filmmusik das Publikum in eine Achterbahn der Gefühle.

Das große Finale

In Windeseile wurde zu später Stunde dann die Bühne umgebaut und neu besetzt. 160 Musiker der vier Kapellen versammelten sich zum großen Finale. Der Marsch „Furchtlos und treu“, vor allem Teikes „Alte Kameraden“ setzten unter dem Dirigat von Philip Gröber einen Schlusspunkt hinter das mit großem Beifall aufgenommene 36. Albkonzert.