Nach 42 Jahren in der Stadtbibliothek Heidenheim geht die studierte Diplom-Bibliothekarin Lydia Zebisch in den Ruhestand. Oberbürgermeister Michael Salomo staunt über das langjährige Engagement und die Kontinuität, mit der Zebisch die Bibliothek zu einem frequentierten Anlaufpunkt in der Innenstadt gemacht hat und dankt ihr für diese Treue. Im Januar 1980 begann sie ihre Karriere im zwei Jahre zuvor umgebauten Elmar-Doch-Haus, wo die Stadtbibliothek viele Jahre bis zum Neubau am Willy-Brandt-Platz untergebracht war. Im März 2005 übernahm sie die kommissarische Leitung und im April 2006 rechtzeitig zur Landesgartenschau die offizielle Führung. Zebisch gehört also zum Inventar dieser Bibliothek und hat alle technischen und methodischen Entwicklungen des Bibliothekswesens begleitet: „Zu Beginn meiner Karriere gab es noch Zettelkasten-Kataloge und Schreibmaschine - ich hätte mir nie vorstellen können, was ein PC in einer Bibliothek zu suchen hätte", erinnert sich Zebisch. „Als 1991 auf ein Online-Bibliothekssystem umgestellt wurde, wurde die Recherche und Medienausleihe natürlich leichter."

Medienbestand erweitert

Mit den Landeskunstwochen 1985 erweiterte sich der damals übliche Medienbestand von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, Schallplatten, Kassetten, Gesellschaftsspielen und CD-ROMs um ausleihbare Kunstwerke, also einer Graphothek - eine absolute Seltenheit in den Bibliotheksbeständen des Landes, die es bis heute gibt. Heute gibt es Hörbücher, Filme, Musik, Videospiele, Tonies und andere Medien zur Leseförderung. Der Onleihe-Verbund mit 15 anderen Bibliotheken aus der Region erweitert den Medienbestand um E-Books und E-Audios. Zebisch erinnert sich besonders gerne an die Baden-Württembergischen Literaturtage 2010 und die darauffolgenden Heidenheimer Literaturtage "Littera X" 2013, die viel Publikum angezogen haben. Die Literaturtage im Mai 2022 „Multimedial“ bildeten nun den Abschluss ihres Arbeitslebens. Absoluter Höhepunkt im Leben der umtriebigen Leiterin, Trendbeobachterin und Netzwerkerin war der Neubau der Stadtbibliothek, der 2017 eingeweiht werden konnte. „Ich hatte das Glück, jede Menge Anregungen aus anderen Bibliotheken einfließen zu lassen und war in die Planung und Ausstattung stets involviert", schwärmt die 65-jährige Chefin und Fachfrau. „Mit dieser Bibliothek werde ich mich immer identifizieren". Gaming und Medienbildung liegt ihr besonders am Herzen, dies lockt besonders Schülerinnen und Schüler und junge Menschen in die Bibliothek. Zebisch dankt ihren kooperativen, engagierten und leidenschaftlich arbeitenden Mitarbeiterinnen und freut sich über ihre Nachfolge Thomas Jentsch, mit dem sie schon lange freundschaftlich verbunden ist.

Thomas Jentsch ist der neue Leiter der Stadtbibliothek in Heidenheim Am 1. April hat er seine Tätigkeit. Mit den Literaturtagen, der Heidenheimer Literatur-Biennale, startete Thomas Jentsch zusammen mit dem ambitionierten Bibliotheksteam und einem wichtigen Vorhaben aus der Kulturentwicklungsplanung in Heidenheim. Die Weiterentwicklung des Veranstaltungsprogramms soll das Haus zusätzlich öffnen als Veranstaltungsort und Begegnungsstätte für alle Heidenheimer und ihre Gäste.