Vogelschutz

Wahl zum «Vogel des Jahres» beginnt – was bringt die Kür?

Diese fünf Kandidaten kämpfen diesmal um den Titel. Doch bei der Wahl geht es um mehr.

Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper oder Wasseramsel – welcher gefiederter Kandidat wird «Vogel des Jahres» 2027? Ab jetzt können Vogelfans wieder im Internet für ihren favorisierten Kandidaten stimmen. Dem Sieger winkt vor allem Aufmerksamkeit – auch für seinen Schutz. 

Bis zum 15. Oktober um 11.00 Uhr sind die virtuellen Wahllokale geöffnet. Noch am selben Tag wollen Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) den Sieger verkünden. 

Diese küren den «Vogel des Jahres» bereits seit mehr als 50 Jahren. Seit 2021 darf die Bevölkerung ihn wählen – allerdings treffen die Naturschutzverbände immer eine Vorauswahl von fünf Vögeln. Dabei steht jeder für ein wichtiges Naturschutzthema, auf das diese das Augenmerk richten wollen. 

Das sind diesmal die Kandidaten:

Kolkrabe

Der besonders intelligente und soziale Vogel ist den Naturschutzverbänden zufolge aus vielen Märchen und Mythen bekannt. Er gilt als Götterbote, Lichtbringer und Vermittler zwischen den Welten, aber auch als Unglücksbringer und Schädling. Noch heute wird er deshalb geschossen oder vergiftet. 

Das Markenzeichen des Kolkraben (Corvus corax) ist sein schwarz glänzendes Gefieder, der dicke Schnabel und seine Größe, die der des Bussards entspricht. Damit ist er demnach der größte Singvogel der Welt. Männchen und Weibchen sind dabei kaum zu unterscheiden, Paare bleiben ein Leben lang zusammen. 

Kranich

Der Zugvogel ist für seine lauten Trompetenrufe bekannt. Seine eleganten Balztänze im Frühjahr und sein Zug in großen Keilformationen im Herbst sind den Naturschutzverbänden zufolge Naturschauspiele, die jedes Jahr viele Menschen faszinieren. 

In vielen Ländern gilt der Kranich (Grus grus) als Symbol für Glück, Liebe und Frieden. Mit bis zu 116 Zentimetern Körperhöhe ist er größer als ein Weißstorch. Für die Rast und seine Brut sind Feuchtgebiete unverzichtbar. 

Mehlschwalbe

Der Singvogel hat gleich zwei Probleme: Wegen des Insektenschwunds findet er immer weniger Nahrung. Zudem werden seine Nistplätze – Halbkugeln aus Lehm – an Gebäuden oft entfernt. Moderne Architektur macht es laut Nabu den Mehlschwalben (Delichon urbicum) oft unmöglich, ihre Nester überhaupt zu bauen. Die Rote Liste stuft den schwarz-weißen Vogel als gefährdet ein. 

Trauerschnäpper 

Der kleine Zugvogel ist ein wahrer Luftakrobat: Sein Futter fängt er oft im Flug. Der Insektenschwund setzt ihm jedoch ebenfalls zu. Dazu hat er nach Angaben von Nabu und LBV ein Zeitproblem. Weil der Frühling im Zuge der Klimaerwärmung früher beginnt, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen bereits besetzt, wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sarah zurückgekehrt. Auch der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) gilt als gefährdet. 

Wasseramsel

Der Singvogel ist ein wahres Multitalent: Er kann tauchen, schwimmen und sogar unter Wasser laufen. Sein überwiegend braunes Gefieder ist sehr dicht und damit gut an die Lebensweise am Wasser angepasst. 

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) brütet vor allem in Mittel- bis Süddeutschland an geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen im Wald und den Bergen. Ihre Nester befinden sich in der Uferböschung, unter Brücken oder in Mauern.