Wahlen

Vorläufige Ergebnisse: Costa Rica wählt neue Präsidentin

Nach 16 Jahren könnte Costa Rica wieder eine Präsidentin haben: Die konservative Ex-Ministerin Laura Fernández liegt bei der Wahl klar vorn. Sie gilt als Wunschkandidatin des scheidenden Präsidenten.

Bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica liegt die konservative Laura Fernández nach vorläufigen Ergebnissen deutlich vorn. Nach Angaben des obersten Wahlgerichts kam die Kandidatin der Souveränen Volkspartei (PPSO) nach Auszählung von 88 Prozent der Wahllokale auf knapp 49 Prozent der Stimmen. Insgesamt traten 20 Kandidaten in dem mittelamerikanischen Land um die Nachfolge von Präsident Rodrigo Chaves an.

Auf Platz zwei folgt mit gut 33 Prozent der Ökonom Álvaro Ramos von der sozialdemokratischen Nationalen Befreiungspartei. Rund 3,7 Millionen Menschen waren stimmberechtigt, die Wahlbeteiligung lag vorläufig knapp unter 70 Prozent. Parallel wurde auch ein neues Parlament gewählt. Das neue Oberhaupt von Staat und Regierung wird sein Amt am 8. Mai antreten.

Vorgehen gegen Kriminalität

Fernández galt als Wunschkandidatin des amtierenden Mitte-Rechts-Präsidenten Chaves. Dieser konnte trotz seiner Popularität nicht erneut kandidieren, da die Verfassung eine sofortige Wiederwahl nach einer vierjährigen Amtszeit verbietet. 

Die 39-jährige Ex-Ministerin Fernández versprach angesichts der steigenden Kriminalität ein hartes Vorgehen gegen Verbrechergruppen in dem Urlaubsland. Ihre Partei gilt in wirtschaftlichen Fragen als liberal und in sozialen Fragen als konservativ. 

Bislang hatte Costa Rica mit rund fünf Millionen Einwohnern nur eine Präsidentin: Laura Chinchilla regierte von 2010 bis 2014 und gewann als letzte Kandidatin bereits in der ersten Runde ohne Stichwahl.