Fußball-Bundesliga

Stiller eröffnet: VfB fegt über schwachen HSV hinweg

Der VfB Stuttgart lässt dem Hamburger SV im Traditionsduell keine Chance. Mehrere Nationalspieler stehen im Fokus. Gäste-Keeper Heuer Fernandes zeigt starke Paraden, VfB-Star Undav verzweifelt.

Angeführt von seinen Nationalspielern hat der VfB Stuttgart wichtige Punkte im Kampf um die Champions League gesammelt und dem Hamburger SV einen Dämpfer verpasst. Die Schwaben bezwangen die Hanseaten am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga hochverdient mit 4:0 (2:0), kletterten in der Tabelle wieder auf Platz drei und liegen nun vier Punkte vor dem Fünften. Der HSV blieb zum vierten Mal in Serie sieglos, hat aber weiter recht komfortable sechs Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang.

Undav verpasst Hit bei den Bayern

Angelo Stiller (22. Minute), Chris Führich (32.), Maximilian Mittelstädt (56.) und Bilal El Khannouss (86.) trafen vor 60.000 Zuschauern für den VfB, der nun mit Selbstvertrauen zum Süd-Schlager beim FC Bayern München am kommenden Sonntag reisen dürfte. Einzig Deniz Undav ärgerte sich über einen verschossenen Foulelfmeter (82.) und seine fünfte Gelbe Karte, durch die er das Duell mit dem Rekordmeister verpasst.

Für den HSV, der in der Defensive auf den gesperrten Miro Muheim und den angeschlagenen Luka Vuskovic verzichten musste, steht im Kampf gegen den Abstieg am Samstag das wichtige Nordderby gegen Werder Bremen an.

Stiller erst platziert, dann energisch

Mit großen Choreographien hatten die beiden Fanlager ihre Teams auf die Partie zwischen den zwei Bundesliga-Gründungsmitglieder eingestimmt. Auf dem Rasen dominierte von Anfang an der VfB das Traditionsduell.

Stiller belohnte die Stuttgarter nach gut 20 Minuten - und einem ganz feinen Spielzug. Undav bediente Jamie Leweling, der wiederum servierte für Stiller und der Mittelfeldstratege traf mit einem platzierten Flachschuss ins linke Eck.

Auch am 2:0 durch Führich waren Stiller als Balleroberer und Undav, der erneut den vorletzten Pass spielte, beteiligt. In den letzten Minuten vor der Pause vergaben Führich (41.) und Undav (44.) weitere gute Chancen für den VfB.

Und der HSV? Wenn er im ersten Durchgang gefährlich wurde, dann durch Fehler der Stuttgarter. Fabio Baldé schloss einen vielversprechenden Konter allerdings viel zu überhastet und letztlich miserabel ab (15.), Ransford-Yeboah Königsdörffer konnte einen Patzer von Ramon Hendriks nicht nutzen (28.).

Heuer Fernandes im Dauerstress

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte der VfB das Spiel klar. Ermedin Demirovic (48.), Mittelstädt (51.) sowie erneut Undav (53.) und Führich (55.) scheiterten allesamt an Hamburgs starkem Schlussmann Daniel Heuer Fernandes. Dann aber war auch der Keeper der Gäste machtlos: Mittelstädts strammen Distanzschuss fälschte HSV-Verteidiger Jordan Torunarigha noch ab.

Das 3:0 war hochverdient, den Hamburgern drohte in dieser Phase ein völliges Debakel. Bei einem brandgefährlichen Freistoß verhinderten Heuer Fernandes und die Latte gemeinsam einen möglichen Doppelpack von Mittelstädt (59.). Stuttgarts Verteidiger war unter Bundestrainer Julian Nagelsmann zuletzt nicht mehr gefragt, hofft aber weiter auf eine Nominierung für die WM im Sommer.

Ein weiteres Stuttgarter Tor durch Demirovic zählte nicht wegen Abseits (66.), Joker El Khannouss traf nur den Pfosten (79.). Nachdem Undav seine mit Abstand größte Chance vergeben und einen Strafstoß über das Tor geschossen hatte, stellte El Khannouss doch noch auf 4:0.