Borussia Dortmund

Sirtaki und Sorgen: BVB bezahlt Sieg wohl «sehr teuer»

Giannis Konstantelias und Konstantinos Karetsas begeistern die BVB-Fans schon im ersten Bundesliga-Spiel. Torschütze Konstantelias verletzt sich jedoch. Wie geht es jetzt weiter?

Der Schock der womöglich schweren Verletzung von Neuzugang Giannis Konstantelias überlagerte bei Borussia Dortmund alles. «Wir haben diesen Sieg schon sehr teuer bezahlt, wenn es ein Kreuzbandriss sein sollte», sagte Trainer Niko Kovac.

Mit einem 2:0 gegen den Hamburger SV war seine Mannschaft in die Bundesliga-Saison gestartet. Dortmunds neue Turbo-Fußballer aus Griechenland Konstantelias und Konstantinos Karetsas begeisterten die Fans, die in der Halbzeit schon zu Sirtaki-Musik auf den Tribünen tanzten. Nun droht Torschütze Konstantelias lange auszufallen.

«Es sieht so aus, dass der Doktor das getestet hat und er hat kein gutes Gefühl», sagte Kovac kurz nach dem Spiel. Am Sonntag fanden weitere Untersuchungen statt. Eine endgültige Diagnose kommunizierte der BVB zunächst nicht.

«Andere Dimension» mit Konstantelias und Karetsas

Konstantelias und Karetsas hatten schon in ihrem ersten Ligaspiel für den BVB gezeigt, wie sehr sie das Angriffsspiel der Westfalen bereichern können. An fast jedem Dortmunder Angriff war mindestens einer der beiden beteiligt. Karetsas bereitete das erste Tor von Serhou Guirassy stark vor, Konstantelias erzielte das 2:0.

«Das sind schon zwei Jungs, die uns hier eine andere Dimension bringen können und auch bringen werden. Das haben sie heute schon gezeigt», sagte Kovac. Dass er Konstantelias wenige Minuten nach der Pause auswechseln musste, sorgte für einen sichtbaren Bruch im Dortmunder Spiel - und für einen traurigen Debütanten. «Nach dem Spiel in der Kabine habe ich ihn getröstet. Er war natürlich sehr geknickt», berichtete Kovac über den 23 Jahre alten Konstantelias. «Seine Familie ist heute angereist - extra zum Spiel.»

Wird Dortmund noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv?

Ein längerer Ausfall würde den BVB zum Nachdenken zwingen. Die Verantwortlichen deuteten nach dem HSV-Spiel bereits an: Sollten sich die Befürchtungen eines Kreuzbandrisses bestätigen, würden die Westfalen womöglich noch einmal kurzfristig auf dem Transfermarkt tätig werden.

«Wir müssen uns Gedanken machen», sagte Kovac dazu. «Wir müssen schon schauen, was wäre noch möglich. Ob wir was machen, wissen wir nicht. Aber zumindest werden wir überlegen. Das ist mal klar.» Sportchef Lars Ricken erklärte ebenfalls, das man über das Thema sprechen werde. Mit Blick auf das Ende der Transferperiode am Dienstag sagte der 50-Jährige: «Zumindest haben wir uns die nächsten drei Tage nichts vorgenommen.»

Im Umfeld wird bereits wieder über eine Rückholaktion von Jadon Sancho spekuliert. Der Engländer, der bereits zweimal beim BVB spielte, wäre sogar ablösefrei zu haben. Doch wäre er nach persönlich wenig erfolgreichen Jahren bei Manchester United, dem FC Chelsea und Aston Villa wirklich eine Soforthilfe?

Inácio-Ärger nach schnellem Platzverweis

Bedarf in der Abteilung Attacke bestünde jedenfalls - zumal dem BVB in Samuele Inácio ein weiterer Offensivmann in der Liga erst einmal fehlen wird. Der 18-Jährige, sah wenige Minuten nach seiner Einwechslung wegen eines groben Fouls die Rote Karte.

Beim Gang in die Kabine macht Inácio seinem Ärger Luft, pfefferte eine Wasserflasche gegen ein großes BVB-Wappen. Mitspieler und Bosse zeigten für die heftige Reaktion anschließend Verständnis. «Das sind die Emotionen, die aus einem herauskommen. Ich habe lieber so einen Spieler, der dann sauer ist, als wenn er da lächelt oder es ihn nicht interessiert, wenn er in die Kabine geht», sagte Nationalspieler Waldemar Anton, der die Dortmunder als Kapitän anführte.

Kovac, der von Tränen Inácios berichtete, sagte: «Ich habe ihn getröstet, werde ihn weiter trösten und werden ihn aufbauen. Ähnliches muss er womöglich auch bei Konstantelias machen. Auf dem Platz ist sein Team schon am Dienstag wieder gefordert. Dann tritt der BVB im DFB-Pokal bei Fünftligist HEBC Hamburg an (20.45 Uhr/RTL und Sky).