Statistisches Bundesamt

Reallöhne im Jahr 2025 weiter gestiegen

Reallohn-Plus trotz stagnierender Produktivität: Wer 2025 am meisten profitiert hat und warum der Trend laut Statistik schon bald abflachen könnte.

Arbeitnehmer in Deutschland haben im vergangenen Jahr höhere Reallöhne erhalten. Das heißt, dass sie nach Abzug der Teuerung mehr Kaufkraft hatten. 

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bruttolöhne im Jahr 2025 nominal um 4,2 Prozent. Weil im selben Zeitraum die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent anzogen, ergibt sich nach den Berechnungen ein Reallohnzuwachs von 1,9 Prozent für das Gesamtjahr. Im Jahr zuvor waren die Reallöhne noch stärker um 2,9 Prozent geklettert.

Diese Entwicklung dauert nach den erheblichen Einbrüchen in der Corona-Zeit und infolge des Ukraine-Kriegs seit dem Sommer 2023 an. Gründe sind die abnehmende Inflation und höhere Lohnabschlüsse. Dem Bundesamt zufolge wurde 2025 erstmals wieder das Reallohn-Niveau aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 erreicht. 

Untere Lohngruppen profitieren

Die Nominallöhne stiegen vor allem in Dienstleistungsbereichen kräftig, während es in der Industrie und im Bergbau nur vergleichsweise geringe Zuwächse gab. Die höchsten prozentualen Zuwächse hatten die unteren Lohngruppen. 

Dem vergleichsweise hohen Reallohnzuwachs stehe kein nennenswerter Anstieg der Arbeitsproduktivität gegenüber, kommentierte der Arbeitsmarkt-Experte Dominik Groll vom Kiel Institut für Weltwirtschaft. Allerdings habe noch ein gewisses Aufholpotenzial der Reallöhne infolge des zwischenzeitlichen Inflationsschubs bestanden. Im laufenden Jahr 2026 werde der Lohnanstieg voraussichtlich nicht mehr so hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr.