Vereinte Nationen

Merz: erneute Kandidatur zum UN-Sicherheitsrat für 2035/36

Am Mittwoch ist Deutschland krachend mit seiner Kandidatur für den mächtigen Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gescheitert. Nach kurzer Bedenkzeit kündigt der Kanzler an, wie es weitergehen soll.

Deutschland wird sich nach der gescheiterten Kandidatur für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für die Periode 2035/36 erneut um einen Sitz im mächtigsten UN-Gremium bewerben. Das kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Rande eines EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro an. 

Deutschland war am Mittwoch in der UN-Generalversammlung in New York mit seiner Kandidatur für einen Sitz im Rat in den nächsten beiden Jahren bereits im ersten Wahlgang unerwartet deutlich Österreich und Portugal unterlegen.

Deutschland kam nur auf 104 Stimmen. Für die nötige Zweidrittelmehrheit wären 127 Stimmen nötig gewesen. Für Portugal stimmten 134 Länder, Österreich kam auf 131 Stimmen. Insgesamt hat die Weltorganisation 193 Mitgliedsstaaten. 

Die Bundesrepublik war bereits sechsmal im Sicherheitsrat vertreten, zuletzt 2019 und 2020. Durchgefallen war Deutschland bei einer Kandidatur laut Diplomaten bisher noch nie. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte eine tiefgreifende Analyse der Gründe des Scheiterns angekündigt.