Handball-Supercup

Magdeburg macht es deutlich - Blomberg-Lippe nervenstark

Die ersten Titel der neuen Handball-Saison sind vergeben: In München feiern die Spielerinnen der HSG Blomberg-Lippe und die Profis des SC Magdeburg ihre Supercup-Trophäen.

Der SC Magdeburg hat das Supercup-Triple der Füchse Berlin verhindert. Der deutsche Handball-Meister gewann im ausverkauften Münchner SAP Garden gegen den Club aus der Hauptstadt in teils beeindruckender Manier mit 38:31 (20:15) und holte erstmals den Titel mit Bennet Wiegert als Trainer. 

Den letztlich ungefährdeten Statement-Sieg des SCM vor dem Bundesliga-Auftakt konnte auch Berlins Topstar Mathias Gidsel nicht abwenden - trotz seiner zehn Tore. Für Magdeburg war Gísli Kristjánsson mit neun Treffern am erfolgreichsten. Lediglich beim 0:1 durch Matthes Langhoff lag der SCM gegen den Pokalsieger, der das jüngste Duell im Halbfinale der Champions League für sich entschieden hatte (40:35), zurück.

Im vierten Anlauf klappt's für Wiegert

Wiegert dürfte nach drei vergeblichen Anläufen nun endlich seinen Frieden mit dem Wettbewerb schließen. Schließlich war der Supercup die Vereinstrophäe, auf die der 44-Jährige am längsten warten musste. «Für mich ist dieser Titel sehr erstrebenswert, auch wenn er nicht die Wertigkeit hat wie die Meisterschaft, der Pokal oder die Champions League. Wir wollen das Ding gewinnen - gerade gegen Berlin», hatte der Erfolgscoach angekündigt.

Ohne ihn als Coach hatte der SCM die Trophäe bereits 1996 und 2001 geholt - beim letzten Titelgewinn vor 25 Jahren stand Wiegert noch selbst bei den Magdeburgern unter Vertrag.

Vor 10.199 Zuschauern ließ seine Mannschaft kaum Zweifel aufkommen. Gegen die Berliner, die in der Sommerpause nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Lasse Andersson und Dejan Milosavljev einen Umbruch verdauen müssen, nahmen die Magdeburger schnell Schwung auf.

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning hatte schon vor dem Anwurf erklärt, dass er von einem Übergangsjahr nichts hören möchte. «Dieses Wort macht mich aggressiv», hatte der Funktionär gesagt. Der Verein stehe zwar «vor großen Herausforderungen, aber diese Saison ist sicher keine Zwischenlösung». Die Berliner hätten als Meister von 2025 und Pokalsieger der Vorsaison «immer hohe Ziele». Die Gegentor-Flut sollte ihm jedoch schon zu denken geben.

HSG behält die Nerven

Bereits zuvor hatte sich die HSG Blomberg-Lippe den ersten Titel der Saison gesichert. Dank der besseren Nerven feierte die HSG nach ihrem ersten Meistertitel in der Handball-Bundesliga auch ihren ersten Supercup. Beim 26:24 (9:9, 22:22) gegen den Pokalsieger Borussia Dortmund fiel die Entscheidung erst im Siebenmeterwerfen.

«Wir haben Dortmund vor ein paar Aufgaben gestellt, haben aber auch vermeidbare Fehler gemacht», sagte Trainer Steffen Birkner. «Am Ende bin ich froh, gewonnen zu haben, den Titel mitgenommen zu haben. Aber noch zufriedener bin ich mit der Leistung, die die Mannschaft geboten hat.»

Vor allem die Torhüterinnen Nicole Roth von Blomberg-Lippe sowie Dortmunds Sarah Wachter bestimmten mit ihren Paraden das Spiel - insbesondere in der torarmen Anfangsphase (3:1/12. Minute). 

Beim Debüt von BVB-Trainer Kay Rothenpieler legten beide Mannschaften erst nach dem Seitenwechsel ihre Nervosität ab und verwerteten ihre Chancen zumindest etwas konsequenter. Im Siebenmeterwerfen hielt Roth einen Versuch, zudem scheiterte Dortmund einmal am Pfosten.