Auch dank eines Traumtors von Neu-Nationalspieler Assan OuĂ©draogo hat Trainer Ole Werner mit RB Leipzig gegen seinen Ex-Club Werder Bremen einen Sieg gefeiert. Die Sachsen gewannen gegen Werder 2:0 (0:0) und eroberten sich Platz zwei in der Bundesliga-Tabelle zurĂŒck. FĂŒr Bremen setzte es die erste Niederlage nach fĂŒnf ungeschlagenen Spielen in Serie, somit bleibt Werder auf Rang acht.
Vor 47.800 Zuschauer in der ausverkauften Red-Bull-Arena brachte OuĂ©draogo mit einem sehenswerten Distanztreffer die Leipziger in FĂŒhrung (63. Minute). Nach einer Ecke erhöhte der Ăsterreicher Xaver Schlager auf 2:0 (80.).
RB-Fans protestieren gegen «Sicherheitswahn»
Die Fans von RB, eher nicht im Ultra-Bereich angesiedelt, protestierten vor der am 3. Dezember in Bremen beginnenden Innenministerkonferenz, bei der es um die Sicherheit in deutschen Arenen geht, mit einem groĂen Banner in ihrer Kurve mit der Aufschrift: «Gegen Euren Sicherheitswahn - Die Stadien sind sicher!». Die AnhĂ€nger sprachen sich damit gegen die geplanten MaĂnahmen wie personalisierte Tickets und Gesichtserkennung aus.
Die Werder-Kurve warf die Frage auf: «Soll das die Zukunft des FuĂballs sein?». Als die RB-Fans nach drei Minuten ihre Lieder anstimmten, gab es Pfiffe aus dem zwölf Minuten lang schweigenden Bremer Block.
Werner musste notgedrungen umbauen, da es bei StĂŒrmer RĂŽmulo nach einer Sehnenreizung im rechten Knie fĂŒr einen Einsatz nicht reichte. DafĂŒr gab Conrad Harder sein Startelf-DebĂŒt. Zudem rĂŒckte Castello Lukeba fĂŒr den verletzten El Chadaille Bitshiabu (Muskelverletzung) wieder zurĂŒck in die Viererkette. Bremens Coach Horst Steffen brachte im Vergleich zum 2:1 gegen Wolfsburg lediglich Cameron Puertas fĂŒr Justin Njinmah.
Bremens Backhaus verhindert frĂŒhzeitigen RĂŒckstand
Leipzig war offensiv sofort da, scheiterte aber gleich reihenweise am starken Werder-Schlussmann Mio Backhaus, der erst gegen Antonia Nusa (5.), dann bei einem Flachschuss von Ouédraogo (32.) aus 20 Metern zur Stelle war und den Ball zur Ecke klÀren konnte. Der Jung-Nationalspieler Ouédraogo (38.) verzog dann aus Àhnlicher Position knapp. Sekunden spÀter schoss Christoph Baumgartner aus Nahdistanz direkt in die Arme von Backhaus, dann kratzte dieser einen abgefÀlschten Baumgartner-Schuss in der Nachspielzeit der ersten HÀlfte direkt aus dem Winkel.
Zuvor haderten die Leipziger mit dem Unparteiischen Martin Petersen, nachdem Baumgartner (26.) im Strafraum von Karim Coulibaly bei einem Zusammenprall von den Beinen geholt worden war. Petersen verweigerte einen Elfmeterpfiff. Leipzig drĂŒckte die Bremer komplett in die eigene HĂ€lfte. Werder hatte nicht einen direkten Schuss aufs RB-Tor. Sport-Chef Clemens Fritz haderte zur Pause beim Streamingdienst DAZN mit der «Passgenauigkeit, gerade wenn wir dann so Richtung gegnerischer HĂ€lfte kommen».
OuĂ©draogo erzielt RB-FĂŒhrung
Nach dem Wechsel musste sich erstmals Peter Gulacsi strecken nach einem Schuss von Puertas (51.) aufs kurze Eck. Plötzlich war Werder da. Als Jens Stage steil geschickt wurde und direkt auf das RB-Tor zulief, packte Yan Diomande (59.) im Strafraum die perfekte GrĂ€tsche aus und rettete. Sekunden spĂ€ter kratzte Marco GrĂŒll fĂŒr Bremen den Ball von Baumgartner von der Linie.
Dann waren Backhaus und die Bremer machtlos: OuĂ©draogo (63.) zirkelte den Ball aus 20 Metern direkt in den Winkel zur FĂŒhrung - inmitten einer Bremer Druckphase. Gulacsi rettete dann gegen Romano Schmid (70.). AnschlieĂend bejubelten die Bremer den Ausgleich, doch Keke Topp (71.) stand im Abseits, wie auch der VAR bestĂ€tigte. Stattdessen sorgte Schlager in der Schlussphase fĂŒr die Vorentscheidung, als er nach einer Ecke aus kurzer Distanz vollstreckte.

