Nach der Kommunalwahl in Bayern analysieren die Parteien die ersten Ergebnisse - und richten den Blick schon auf den übernächsten Sonntag. Denn: Viele Oberbürgermeister- und Landratswahlen im Freistaat werden erst bei den Stichwahlen am 22. März entschieden. Allen voran die OB-Wahl in München, wo Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) im ersten Wahlgang nach jüngsten Negativschlagzeilen deutliche Verluste hinnehmen musste. Auch die Wahlen in Nürnberg und Augsburg brachten noch keine Entscheidung. Viele Landrätinnen und Landräte werden ebenfalls erst in zwei Wochen feststehen.
Der CSU-Vorstand kommt am Vormittag unter Leitung von Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München zusammen. Andere Parteien haben zu Pressekonferenzen geladen, etwa die Grünen und die Freien Wähler.
Die Stadtrats-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen müssen bis spätestens Mittwoch ausgezählt sein - dann soll auch ein landesweites Ergebnis feststehen. Mit Spannung wird etwa erwartet, ob und wie stark die AfD zulegt.
Reiter muss zittern
In München muss Amtsinhaber Dieter Reiter wie schon 2014 und 2020 in die Stichwahl. Aber: Vor sechs Jahren hatte er im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent geholt. Nun erreichte er nur noch 35,6 Prozent. Ihm auf den Fersen: Dominik Krause von den Grünen mit 29,5 Prozent.
Reiter war zuletzt vor allem wegen nicht vom Stadtrat genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern massiv in die Kritik geraten. Und dann sagte der OB in einer Stadtrats-Sitzung noch das N-Wort. Mit dem Begriff wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Nach beiden Vorfällen bat Reiter um Entschuldigung.
Oberbürgermeister-Stichwahlen auch in anderen großen Städten
In Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg kommt es zur Stichwahl zwischen Amtsinhaber Marcus König von der CSU und dem SPD-Herausforderer Nasser Ahmed. In Bayerns drittgrößter Stadt Augsburg muss Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Florian Freund. Auch viele Landratswahlen werden erst am 22. März entschieden.
Warten auf das landesweite Ergebnis
Das landesweite Ergebnis wird indes voraussichtlich an diesem Mittwoch feststehen. Dafür müssen die Stadtratswahlen in den kreisfreien Städten und die Kreistagswahlen in den Landkreisen zusammengezählt werden. Die AfD dürfte ihr landesweites Ergebnis steigern - schon deshalb, weil sie diesmal in allen kreisfreien Städten und in allen Landkreisen mit eigenen Listen antrat. Bei den Landrats- und Oberbürgermeisterwahlen gab es am Sonntag aber nirgendwo einen AfD-Sieg. Und es war am zunächst auch nicht absehbar, dass es AfD-Kandidatinnen oder -Kandidaten in Stichwahlen geschafft hätten.
Bei den Kommunalwahlen vor sechs Jahren war die CSU um gut fünf Prozentpunkte abgesackt und hatte landesweit nur noch 34,5 Prozent geholt. Für die SPD war es um rund sieben Prozentpunkte auf historisch schlechte 13,7 Prozent nach unten gegangen. Die Grünen hatten mit 17,5 Prozent ihr bisher bestes Kommunalwahlergebnis erreicht. Die Freien Wähler kamen 2020 auf 11,9 Prozent, die AfD holte 4,7 Prozent. Gemeinsame Wahlvorschläge mit anderen Parteien oder Gruppen sind bei diesen Zahlen jeweils eingerechnet.

